Archiv für Oktober 2007

Göttingen ist „Eliteuni“

Warum wir nicht Spitze sein sollten
Die Universität Göttingen hat es geschafft! Sie darf sich den Stempel Elite-Uni auf die Fahnen schreiben. Einige StudentInnen haben ihrer Freude gleich auf einem T-Shirt Ausdruck verliehen: Wir sind Spitze!
Aber sind wir das wirklich? Was haben wir als Studierende davon? Nie mehr überfüllte Seminare? Höhere Leistungsanforderungen? Nun ja zunächst muss mensch erst einmal differenzieren. Die „Exzellenzinitiative“ ist nur eine Förderung für die Forschung. Die Lehre bekommt keinen Cent aus den Geldern. Es steht auch zu befürchten, dass dieser „Titel“ eine Beschleunigung des Vorgangs ist, welcher von Kurt von Figura angestoßen worde, um sogenannte „Schwachstellen auszumerzen“. Das heißt Studiengänge, Institute und Fakultäten zu schließen, welche keinen sichtbaren kurzfristigen wirtschaftlichen Gewinn bringen, um jene zu fördern die ihn erbringen. Das führt kurzfristig zu einer Zwei-Klassen-Uni, in welcher die meisten zu kurz kommen, um einige wenige zu fördern. Langfristig führt es zu einer Zwei-Klassen-Unilandschaft, mit „Elite-Unis“ und dem ganzen traurigen Rest. Gute Bildung für alle wird es damit nicht geben! Jeder der nicht in den geforderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen studiert oder forscht, fällt unten durch und wird seiner Chancen beraubt.
Die Mehrheit der Studierendenschaft, also das „Wir“, wird keine Verbesserung ihrer Situation erfahren, sondern eher eine Verschlechterung. Warum also sollten wir uns freuen Spitze zu sein?

EinsteigerInnen Abend

Wie jedes Semester bieten wir selbstverständlich auch dieses Semester einen EinsteigerInnenabend an:

Alles in Ordnung – oder Zeit, was zu verändern?

Rassismus, Umweltzerstörung, ökonomische Zwänge, Unterdrückung, Studiengebühren…

… und andere soziale Ungerechtigkeiten sind nicht unveränderbar. Die Grüne Hochschulgruppe leuchtet die Abgründe der aktuellen (Hochschul-)Reformen aus, hinterfragt gesellschaftliche Verhältnisse und sucht nach Alternativen. Diese Alternativen setzt die GHG in lokale Aktionen und Argumentationen um: Wir agieren in universitären Gremien und im Studierendenparlament. Wir setzen uns für fair gehandelten Kaffee in der Mensa ein. Wir wollen keine Castortransporte. Und Nazis dürfen sich weder in Göttingen noch sonst irgendwo zeigen. (Partei-) unabhängig und basisdemokratisch für eine bunte Gesellschaft und eine bunte Uni.

Was die GHG macht, liegt auch an dir. Freiräume schaffen, Roggenmehlkekse essen. GHG.

GHG – EinsteigerInnenabend Mo, 05.11. 20h c.t.
Rosa Luxemburg-Haus AStA-Gebäude, Goßlerstr.16a