Neues aus der Mensa

Etwa 14.000 Studierende essen täglich in den vier Mensen des Studentenwerks. Die Zentralmensa ist dabei besonders beliebt, während die Mensa Italia nur noch sehr wenig besucht wird. Am zentralen Campus steht den Studierenden eine breite Auswahl an verschiedenen Gerichten zur Verfügung. In der Z-Mensa werden neben Nudeln, Salat und Eintopf täglich zwei verschiedene Menüs sowie ein vegetarisches Gericht, leichte Küche und ein Grillgericht angeboten und in der Turmmensa können die Studierenden zwischen einem Fleischgericht, einem vegetarischen Gericht und seit etwa einem Jahr auch einem veganen Gericht wählen. Am Nordcampus sieht es dagegen deutlich dürftiger aus. Hier werden lediglich zwei verschiedene Menüs (oftmals beide mit Fleisch) sowie Eintopf (manchmal auch als Menü), Nudeln und Salat angeboten. Vegetarier*innen haben an der Nordmensa oft keine große Auswahl. Dabei schont eine vegetarische oder, noch besser, eine vegane Lebensweise nicht nur Tierleben sondern auch das Klima, benötigt deutlich weniger Ressourcen und trägt positiv zur Welternährungssituation bei. Aus diesem Grund wäre eine Ausweitung des vegetarischen und veganen Angebots in den Mensen sehr zu begrüßen. Das vegane Angebot in der Turmmensa wird übrigens entgegen der Befürchtungen des Studentenwerks sehr gut angenommen, ist also auch aus betriebswirtschaftlichen Aspekten sinnvoll gewesen.

Was wird sich ändern

Das Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit des AStA hat sich bei Gesprächen mit dem Geschäftsführer des Studentenwerks Prof. Jörg Magull dafür eingesetzt das vegane Angebot auch auf andere Mensen auszuweiten, sowie die Öffnungszeiten der Turmmensa zu verlängern. Magull stand den Forderungen zuletzt nicht mehr so abweisend gegenüber wie zu Beginn. Er hat zugesichert, in der Z-Mensa nach den Semesterferien ein veganes Essen einzuführen. Es wird auf der einen Seite das Wok-Gericht ersetzen. Auch in der Nordmensa soll es zwei Wochen lang ein veganes Gericht zur Probe geben. Magull geht jedoch nicht davon aus, dass es besonders gut angenommen wird, denn die Zubereitung ist dort nicht einsehbar und er vermutet, dass deshalb mangelndes Vertrauen in die Echtheit eines veganen Essens viele Veganer*innen vom Kauf abhält. Die Nordmensa wird 2014 umgebaut, dabei wollen wir darauf hinwirken, dass die Küche so eingerichtet wird, dass sie einsehbar ist und die Zubereitung eines veganen Menüs problemlos möglich ist. Das in der Turmmensa angebotene vegane Menü schmeckt zwar meist gut (besonders das Auberginenmus!), ist jedoch oft auch sehr sojalastig. Deshalb haben wir vom Ökoreferat Rezepte aus anderen veganen Mensen gesammelt und an das Studentenwerk geschickt. Diese Rezepte sollen nun in den Speiseplan übernommen werden, damit er etwas abwechslungsreicher wird.
Bezüglich der Turmmensa wurde uns eine verlängerte Öffnungszeit während der Semesterferien zugesichert. Die Turmmensa wird während der vorlesungsfreien Zeit eine Woche später schließen und eine Woche früher öffnen als bisher. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten im Semester sei derzeit nicht möglich, da die Arbeitsverträge des Personals diese Überstunden nicht decken würden. Es gibt allerdings die Überlegung eine Ausweitung
der bisherigen Verträge zu ermöglichen.

Weitere Ideen

Den Vorschlag, besondere (z.B. allergieauslösende) Inhaltsstoffe in den Gerichten zu kennzeichnen, lehnte das Studentenwerk ab. Sie befürchten, dass sie in dem Fall, wenn ein Gericht z.B. als nussfrei gekennzeichnet ist, aber doch geringe Spuren von Nüssen enthält und dadurch eine allergische Reaktion ausgelöst wird, verklagt werden könnten. Um dieses Risiko zu umgehen schreiben z.B. viele Lebensmittelherstellerfirmen auf alle möglichen Produkte „kann Spuren von Nüssen enthalten“.
Mit ökologischen Lebensmitteln hat das Studentenwerk bisher leider eher schlechte Erfahrungen gemacht. Konkret: Sie hatten wohl mal eine Ladung Biokartoffeln die qualitativ sehr schlecht waren. Aus diesem Grund will Magull eher auf regionale als auf ökologische Lieferanten setzen. Dennoch kommen nur wenige der Lieferanten des Studentenwerks wirklich aus der Region. Bei diesem wichtigen Thema werden wir weiter nachhaken.
Außerdem wird demnächst (vermutlich ab Januar) das Café Central umgebaut und ein Pizza-Backofen installiert. Die Öffnungszeiten sollen nach der Fertigstellung bis 17 Uhr verlängert werden.

Wir bleiben dran

Wir werden sehr genau verfolgen, ob das Studentenwerk seine Versprechungen auch umsetzt, und, wenn nötig, weiter Druck ausüben, damit die Mensen der Uni nicht nur Versorgungseinrichtungen sind, sondern im Zuge der ökologischen Nachhaltigkeit breite, vielseitige und gesunde Alternativen zum übermäßigen Fleischkonsum anbieten.

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