Archiv für Dezember 2017

Anpacken statt Waffeln backen!

Eines unserer Kernanliegen als GHG ist das AStA-Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit, dessen Einrichtung wir, wie im Vorjahr, auch diese Legislatur erneut durchgesetzt haben. Statt uns dabei Posten hin und her zu schieben, haben wir das Referat bewusst für alle interessierten Studis und deren Ideen geöffnet. Zu Beginn jedes Semesters gab es Einstiegsabende, die Tür zum wöchentlich stattfindenden Plenum steht allen stets Mittwoch 19 Uhr im AStA-Gebäude weit offen. Parallel zu direkten Verhandlungen mit den jeweiligen Uni-Institutionen, bspw. zu Recyclingpapier, Campusbegrünung, Mensa-Essen, Mehrweg-Becher oder Fleisch aus artgerechter Haltung, leisten wir im Öko-Referat durch zahlreiche Veranstaltungen aktive Bildungsarbeit. Egal ob Filmvorführungen, Vorträge, Führungen oder Podiumsdiskussion, die Veranstaltung sind allen kostenfrei zugänglich und werden es – ganz nach unserem Credo – auch immer sein.

Statt im Wahlkampf mit Waffeln und Bockwurst, glänzen wir mit unserer Motivation das ganze Jahr über. So verwundert es auch nicht, dass allein das Öko-Referat mit 23 Veranstaltungen mehr Events organisierte, als der letzte konservative AStA von ADF und RCDS insgesamt. Durch uns konnten die Göttinger Klimaschutztage in Form eines Workshops und einer Podiumsdiskussion zu uns auf den Campus geholt werden – und Universität und außeruniversitäre Akteur*innen dadurch direkt in Verbindung treten. Ausflüge bis ins Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen nach Witzenhausen oder zu den Göttinger Entsorgungsbetrieben verstärkten diesen Austausch ebenso. In Kooperation mit Gruppen wie Viva con Agua oder Foodsharing haben wir Vortragsreihen organisiert. Auf den Bildschirmen in den Mensen liefen Info-Folien zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Neben eines monatlich veröffentlichten Saisonkalenders haben wir 5000 Aufkleber gegen unerwünschte Briefkasten-Werbung in den ÖkoTex-zertifizierten Stoffbeuteln an alle Erstis verteilt, die sich zudem in zwei ökologischen Stadtrundgängen interessante Orte der Stadt zeigen lassen konnten.

Eine Übersicht der in diesem Jahr vom Öko-Referat durchgeführten Veranstaltungen:
26.04. Vorstellungsabend des Referats für Ökologie und Nachhaltigkeit
18.05. Let’s make money – Film & Vortrag
09.06. Ausflug: Essbare Pflanzen
11.06. Workshop: Leben ohne Plastik?
16.06. Führung: Gewächshaus tropische Nutzpflanzen Witzenhausen
22.06. Film: También la lluvia – Und dann der Regen
24.06. Ausflug: Essbare Pflanzen
26.06. Film: Bottled Life mit VcA Göttingen
27.06. Film: Beyond the red lines
29.06. Film+Diskussion: Watermark mit Dr. Steffen Möller
04.07. Wo kommt das hin, was wir wegwerfen
13.07. Wasser, Wissen, Werte – Globales Lernen auf lokaler Ebene
09.11. „Tomorrow“ & Vorstellung Studium Oecologicum
14.11. Film „Just eat it“ (OmU). Movie & discussion
15.11. Kekse aus geretteten Lebensmitteln
15.11. Einstiegsabend des Referats für Ökologie und Nachhaltigkeit
16.11. Containern – ist doch (l)egal?
23.11. Lebensmittelretten – Die Geschichte von Foodsharing
27.11. Klimawandel – Wege zu politischem Engagement
28.11. Podiumsdiskussion – Wie dem Klimawandel begegnen?
04.12. Waldbesetzung im Hambacher Forst
14.12. Kreuzfahrtschiffe (k)entern! Gegen Ausbeutung & Klimawandel
18.12. Film: How To Change The World

Divestment Now! Keine Uni-Gelder für fossile Energiebranche und anderen Unfug

Die Stadt Göttingen hat im Mai dieses Jahres nachhaltigere Anlagekriterien beschlossen hat. Städtisches Anlagekapital darf fortan nicht mehr fossilen Energieträger bzw. entsprechenden Unternehmen (wie Shell, BP, RWE etc.) zu Gute kommen. Es wird Zeit, dass sich auch die Universität mit der Thematik beschäftigt. Als Stiftungsuni hält diese so einiges an Kapital – Geld welches bisher angelegt bei Banken wie der Nord/LB auch durch Kredite an Rüstungsfirmen wie ThyssenKrupp oder Rheinmetall, sowie Firmen der fossilen Energiebranche genutzt wird. In die Bücher lassen sich die Verantwortlichen dabei nur sehr ungern schauen, eine Informationsquelle stellt jedoch der Jahresabschluss 2016 dar, welcher Wertpapiere des Anlagevermögens im Wert von insgesamt 191 Mio. Euro und einen Kassenbestand von 42 Mio. Euro ausweist.

Fossil Free bringt Bewegung in die Sache
Fossil Free Göttingen, eine studentische Gruppe, die sich erst vergangenes Jahr gründete, trägt die Leitidee der globalen Divestmentbewegung an unsere Uni. Ein wichtiges Engagement, welches wir als GHG von Beginn an unterstützten. Das oberste Ziel ist, dass die Universität Göttingen, speziell der Senat sowie das Präsidium, Anlagerichtlinien der eigenen Vermögenswerte im Sinne der ökologischen und sozial nachhaltigen Maßgaben beschließt und anschließend konsequent umsetzt. Um dieses Bestreben argumentativ zu verstärken, haben wir einen entsprechenden Antrag im Studierendenparlament am 30.11.17 eingereicht. 42 von 63 Parlamentarier*innen, darunter hauptsächlich Mitglieder der linken AStA-Koalition, stimmten für unseren Antrag. Formal festgestellt, begrüßt dadurch die Mehrheit des obersten beschlussfähigen Gremiums der studentischen Selbstverwaltung das Ansinnen und fordert die Entscheidungsträger*innen entsprechend auf, höchstwahrscheinlich vorhandene Anlagen in der fossilen Eneriebranche aufzulösen und stattdessen die Uni-Millionen in nachhaltigere Branchen umzuschichten.

Uni kann und darf sich der Verantwortung nicht entziehen
Die Universität ist Teil der Gesellschaft und trägt Verantwortung. Sie kann und darf sich dieser nicht entziehen und muss sicherstellen, dass ihre Gelder nicht Firmen unterstützen, welche etwa mit Waffenproduktion und Umweltzerstörung Profit erzielen. Alles andere widerspricht dem Anspruch der Universität, dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen, wie es etwa der Wahlspruch „In Publica Commoda“ immer wieder so vollmundig verkündet. Mal ganz nebenbei, sprechen nicht nur moralische Gründe für nachhaltige Anlagekriterien. Auch wirtschaftlich wird es sich freudigerweise langfristig nicht mehr rechnen, in eine Branche zu investieren, die etwa 80% der noch vorhandenen Ressourcen nicht verwenden darf, wenn das 2°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreicht werden soll.

Sollte die Uni aktiv deinvestieren, so wäre sie die erste deutsche Hochschule, die dies tut und könnte als gutes Beispiel vorangehen. Yeah! Elite-Uni und so.

Wenn ihr bei Facebook nutzt, so sei euch ein Like der Seite von Fossil Free Göttingen wärmstens empfohlen.

Filmvorführung: Before The Flood

Am Mittwoch, den 13.12. zeigen wir um 18:30 Uhr den Film „Before The Flood“ im ZHG 104. Der Eintritt ist selbstverständlich für alle Interessierten kostenlos.

Der Film führt uns rund um die Welt. Bilder des schrumpfenden indonesichen Regenwaldes reihen sich bspw. direkt an Aufnahmen der abschmelzenden Eismassen Grönlands. Immer mit dabei: Hollywoodstar und UN-Friedensbotschafter Leonardo DiCaprio, der zudem u.a. Barack Obama interviewt.

Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen.

Recycling-Papier is calling!

Seit Anfang September findet ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier an allen von studIT betriebenen Druckern auf dem Campus Verwendung. Dies umfasst freudigerweise einen Großteil der Follow-Me-Geräte an unserer Uni.

Umstellung verläuft ohne Probleme
Wie erwartet läuft die Umstellung dabei nach Angaben von studIT problemlos. Die Geräte können das umweltfreundlichere Papier störfrei verarbeiten und seitens der Studierenden ging bisher keine begründete Kritik ein, wobei durch den verwendeten hohen Weißegrad ein Unterschied im Gebrauch natürlich auch kaum auszumachen ist. Wie durch unseren GHG-Antrag im Studierendenparlament vom 06.06.17 und in Form von viel positivem Feedback an uns festgestellt, dürfte die große Mehrheit der Studis die Verwendung von Recyclingpapier als zeitgemäße nachhaltigere Alternative ohnehin begrüßen.

Und die SUB so?
Neben studIT, weist auch die Universitätsbibliothek einen hohen Papierumsatz auf, betreibt die SUB einen Großteil der Kopiergeräte in ihren Standorten schließlich selbst. Aktuell beteiligt sich die SUB leider noch nicht an der Umstellung und verwendet weiterhin noch konventionelle Papiere. So kann aktuell bspw. in der Zentralbibliothek im LRC (welches durch studIT betrieben wird) auf Recyclingpapier gedruckt werden, während wenige Meter in den eigentlichen Lesesälen noch herkömmliches Papier Verwendnung findet. Gar die Einlegezettel für vorgemerkte Bücher, die sicherlich zu großen Teilen unmittelbar in der Tonne landen, werden immer noch nicht auf Recyclingpapier gedruckt. Durch die positiven Erfahrungen von studIT könnte sich das bald ändern. Wie wir auf Nachfrage erfahren haben, prüft nun auch die SUB eine Umstellung.

Als GHG bleiben wir da am Ball und wollen, dass dies zeitnah geschieht. Alle bisherigen Gegenargumente konnten entkräftet werden. So schwer und kompliziert ist eine Umstellung erwiesenermaßen nicht und täglich tausende Seiten Papierverbrauch bürgen auch eine gewisse ökologische Verantwortung. Nicht nur sonstwo, Klimaschutz beginnt auch hier bei uns auf dem Campus!