Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Anlässlich der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee heute vor 73 Jahren wollen wir den Opfern gedenken und zugleich an die damalige Mitverantwortung unserer Universität und ihrer damaligen Studierenden erinnern.

Der Großteil der Göttinger Studierendenschaft unterstützte das NS-Regime. Schon 1931 erlangte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund eine Mehrheit bei den Wahlen zur studentischen Vertretung. Und auch die Universitätsleitung selbst beteiligte sich an Entrechtung, Demütigung und Verfolgung.

Bereits im Wintersemester 1932/1933 wurden 238 vor allem jüdische Professoren und Dozierende entlassen. In nachweislich 79 Fällen hat die Uni Göttingen ihren Absolvent*innen Doktortitel aus politischen und rassistischen Gründen aberkannt. Ausgehend von Lehrstühlen wie „Rassenhygiene“ und „Volkskunde“ konnten sich die menschenverachtenden Thesen der Nazis schließlich auch auf „Erkenntnisse“ der weitestgehend linientreuen Göttinger Wissenschaft berufen.

In Zeiten eines spürbaren gesellschaftlichen Rechtsrucks möchten wir dazu aufrufen, Zivilcourage zu zeigen und aktiv auf Prozesse in unserer Gesellschaft einzuwirken, sei es bei (Gegen-)Demos, in euren Lehrveranstaltungen und überall sonst.

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“

- Primo Levi (ital. Schriftsteller und Überlebender des Holocaust)

Einen groben Überblick der NS-Geschichte der Uni Göttingen liefert diese Homepage.

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