Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Divestment Now! Keine Uni-Gelder für fossile Energiebranche und anderen Unfug

Die Stadt Göttingen hat im Mai dieses Jahres nachhaltigere Anlagekriterien beschlossen hat. Städtisches Anlagekapital darf fortan nicht mehr fossilen Energieträger bzw. entsprechenden Unternehmen (wie Shell, BP, RWE etc.) zu Gute kommen. Es wird Zeit, dass sich auch die Universität mit der Thematik beschäftigt. Als Stiftungsuni hält diese so einiges an Kapital – Geld welches bisher angelegt bei Banken wie der Nord/LB auch durch Kredite an Rüstungsfirmen wie ThyssenKrupp oder Rheinmetall, sowie Firmen der fossilen Energiebranche genutzt wird. In die Bücher lassen sich die Verantwortlichen dabei nur sehr ungern schauen, eine Informationsquelle stellt jedoch der Jahresabschluss 2016 dar, welcher Wertpapiere des Anlagevermögens im Wert von insgesamt 191 Mio. Euro und einen Kassenbestand von 42 Mio. Euro ausweist.

Fossil Free bringt Bewegung in die Sache
Fossil Free Göttingen, eine studentische Gruppe, die sich erst vergangenes Jahr gründete, trägt die Leitidee der globalen Divestmentbewegung an unsere Uni. Ein wichtiges Engagement, welches wir als GHG von Beginn an unterstützten. Das oberste Ziel ist, dass die Universität Göttingen, speziell der Senat sowie das Präsidium, Anlagerichtlinien der eigenen Vermögenswerte im Sinne der ökologischen und sozial nachhaltigen Maßgaben beschließt und anschließend konsequent umsetzt. Um dieses Bestreben argumentativ zu verstärken, haben wir einen entsprechenden Antrag im Studierendenparlament am 30.11.17 eingereicht. 42 von 63 Parlamentarier*innen, darunter hauptsächlich Mitglieder der linken AStA-Koalition, stimmten für unseren Antrag. Formal festgestellt, begrüßt dadurch die Mehrheit des obersten beschlussfähigen Gremiums der studentischen Selbstverwaltung das Ansinnen und fordert die Entscheidungsträger*innen entsprechend auf, höchstwahrscheinlich vorhandene Anlagen in der fossilen Eneriebranche aufzulösen und stattdessen die Uni-Millionen in nachhaltigere Branchen umzuschichten.

Uni kann und darf sich der Verantwortung nicht entziehen
Die Universität ist Teil der Gesellschaft und trägt Verantwortung. Sie kann und darf sich dieser nicht entziehen und muss sicherstellen, dass ihre Gelder nicht Firmen unterstützen, welche etwa mit Waffenproduktion und Umweltzerstörung Profit erzielen. Alles andere widerspricht dem Anspruch der Universität, dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen, wie es etwa der Wahlspruch „In Publica Commoda“ immer wieder so vollmundig verkündet. Mal ganz nebenbei, sprechen nicht nur moralische Gründe für nachhaltige Anlagekriterien. Auch wirtschaftlich wird es sich freudigerweise langfristig nicht mehr rechnen, in eine Branche zu investieren, die etwa 80% der noch vorhandenen Ressourcen nicht verwenden darf, wenn das 2°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreicht werden soll.

Sollte die Uni aktiv deinvestieren, so wäre sie die erste deutsche Hochschule, die dies tut und könnte als gutes Beispiel vorangehen. Yeah! Elite-Uni und so.

Wenn ihr bei Facebook nutzt, so sei euch ein Like der Seite von Fossil Free Göttingen wärmstens empfohlen.

Filmvorführung: Before The Flood

Am Mittwoch, den 13.12. zeigen wir um 18:30 Uhr den Film „Before The Flood“ im ZHG 104. Der Eintritt ist selbstverständlich für alle Interessierten kostenlos.

Der Film führt uns rund um die Welt. Bilder des schrumpfenden indonesichen Regenwaldes reihen sich bspw. direkt an Aufnahmen der abschmelzenden Eismassen Grönlands. Immer mit dabei: Hollywoodstar und UN-Friedensbotschafter Leonardo DiCaprio, der zudem u.a. Barack Obama interviewt.

Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen.

Recycling-Papier is calling!

Seit Anfang September findet ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier an allen von studIT betriebenen Druckern auf dem Campus Verwendung. Dies umfasst freudigerweise einen Großteil der Follow-Me-Geräte an unserer Uni.

Umstellung verläuft ohne Probleme
Wie erwartet läuft die Umstellung dabei nach Angaben von studIT problemlos. Die Geräte können das umweltfreundlichere Papier störfrei verarbeiten und seitens der Studierenden ging bisher keine begründete Kritik ein, wobei durch den verwendeten hohen Weißegrad ein Unterschied im Gebrauch natürlich auch kaum auszumachen ist. Wie durch unseren GHG-Antrag im Studierendenparlament vom 06.06.17 und in Form von viel positivem Feedback an uns festgestellt, dürfte die große Mehrheit der Studis die Verwendung von Recyclingpapier als zeitgemäße nachhaltigere Alternative ohnehin begrüßen.

Und die SUB so?
Neben studIT, weist auch die Universitätsbibliothek einen hohen Papierumsatz auf, betreibt die SUB einen Großteil der Kopiergeräte in ihren Standorten schließlich selbst. Aktuell beteiligt sich die SUB leider noch nicht an der Umstellung und verwendet weiterhin noch konventionelle Papiere. So kann aktuell bspw. in der Zentralbibliothek im LRC (welches durch studIT betrieben wird) auf Recyclingpapier gedruckt werden, während wenige Meter in den eigentlichen Lesesälen noch herkömmliches Papier Verwendnung findet. Gar die Einlegezettel für vorgemerkte Bücher, die sicherlich zu großen Teilen unmittelbar in der Tonne landen, werden immer noch nicht auf Recyclingpapier gedruckt. Durch die positiven Erfahrungen von studIT könnte sich das bald ändern. Wie wir auf Nachfrage erfahren haben, prüft nun auch die SUB eine Umstellung.

Als GHG bleiben wir da am Ball und wollen, dass dies zeitnah geschieht. Alle bisherigen Gegenargumente konnten entkräftet werden. So schwer und kompliziert ist eine Umstellung erwiesenermaßen nicht und täglich tausende Seiten Papierverbrauch bürgen auch eine gewisse ökologische Verantwortung. Nicht nur sonstwo, Klimaschutz beginnt auch hier bei uns auf dem Campus!

Studiwerk mit Nachholbedarf

Das vegane Angebot in unseren Mensen und Cafeterien verbessert sich stetig von Jahr zu Jahr. Dies belegt eine aktuelle Untersuchung der Tierrechtsrganisation PETA, die erneut 58 deutsche Studentenwerke auf ihr veganes Angebot hin befragt hat. Göttingen konnte sich dabei im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessern, landet jedoch gegenüber anderen Studentenwerken weiterhin auf den hinteren Plätzen.

Als GHG teilen wir diese Einschätzung und unterstützen die fortwährende Optimierung vollumfänglich. Für alle Studierenden, die auf Grund von Allergien, religiösen oder ethischen Ansichten auf tierische Produkte verzichten, sollten sich vegane Alternativen nicht nur preislich, sondern auch qualitativ auf Augenhöhe bewegen. Wir arbeiten konstruktiv an diesem Themenkomplex und begreifen eine Verbesserung des allgemeinen, wie auch des veganen Angebots in unseren Mensen nicht nur als Verbesserung der Studienbedingung aller, sondern auch als Baustein hin zu einem nachhaltigeren Campus. Mehr vegane Speisen leisten nicht nur einen Beitrag zur Vermeidung von tierischen Lebensmitteln zweifelhafter Herkunft, sondern auch zur Einsparung von CO2 und vor allem dem 25-mal klimaschädlicheren Methan. Laut Umweltbundesamt stammen „rund 37 Prozent der weltweit emittierten Menge [Methan] direkt oder indirekt aus der Viehhaltung“. An einem normalen Vorlesungstag werden in unseren Mensen übrigens um die 10.000 Gerichte ausgegeben, davon 7.000 bis 8.000 allein in der Zentralmensa.

In der Turmmensa sind schon jetzt rein pflanzliche Mahlzeiten durchaus lecker und schmackhaft, vor allem in der Nordmensa hingegen lässt das Angebot jedoch stark zu wünschen übrig. Hier machen wir mit Blick auf die zukünftig erfolgenden umfassenden Umbau- und Rennovierungsmaßnahmen Druck, dass dies nicht so bleibt. Als zeitnahe Maßnahme fordern wir zudem schon gegenwertig neben konventioneller Kuhmilch campusweit auch bspw. Soja- oder Reismilch für alle Kaffee-Fans durchgängig anzubieten.

Besichtigung des Uni-Kraftwerkes

Unsere Universität betreibt ein eigenes Kraftwerk. Über ein ebenso unieigenes 24 Kilometer langes Strom- und 13 Kilometer langes Fernwärmenetz versorgt dieses viele der 230 Gebäude der Universität, 70 Gebäude der Universitätsmedizin, Max-Planck-Institute, das Deutsche Primatenzentrum und Wohnheime des Studentenwerks mit Strom und Wärme. Die Kessel, die zum Teil mehrere Stockwerke hoch sind, werden mit Erdgas und im Winter teils mit Erdöl betrieben. Der markante 82 Meter hohe Schornstein ist schon von weitem aus zu erkennen.

Gerne möchten wir mit euch einmal das Innere dieser Anlage besichtigen. Dazu treffen wir uns am 7.12. pünktlich um 10 Uhr am blauen Eingangstor des Krafwerkes in der Rudolf-Diesel-Straße 10.

Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Leider ist aus Sicherheitsgründen jedoch die Zahl der Teilnehmenden begrenzt. Eine vorherige Anmeldung unter ghg@riseup.net ist deshalb zwingend erforderlich.

Wer sich vorab schon einmal informieren möchte kann dies auf der Homepage der Uni tun. Auch das Göttinger Tageblatt berichtete in seiner Reihe „Campus-Ansichten“ bereits über das Uni-Kraftwerk.