Archiv der Kategorie 'Bildungsklau'

Open Uni – Selbstbestimmtes Lernen!

Wir haben sie schon länger gefordert, jetzt ist sie da – die Open Uni – und zwar als Projekt des ganzen AStA und vieler anderer Gruppen und Menschen, die sich daran beteiligen. Vom 11. bis zum 13. November diesen Jahres gibt es den Raum um selbst Veranstaltungen stattfinden zu lassen, auf die man Lust hat. Du möchtest gern mit Leuten über bestimmte Dinge diskutieren, oder möchtest deine Kenntnisse in irgendeinem Bereich weitergeben? Nur zu! Bereits angemeldet sind zum Beispiel Workshops zur Organisation und Gestaltung von Workshops, zur Finanzkrise und Kapitalismus, zur Kindererziehung, und vielen Themen mehr. Doch nicht nur Workshops sind willkommen, die Form der von dir organisierten Veranstaltung hängt von dir ab, momentan finden sich unter anderem auch Filmvorstellungen und Spieleabende im Programm. Eine interaktive Übersicht findet sich auf der Homepage des AstA ( http://asta.uni-goettingen.de/478 ). Dort kann man auch direkt eine Veranstaltung anmelden und sie so der Übersicht hinzufügen.
Selbstverständlich kann man auch einfach ein tolles Wochenende verbringen und an Veranstaltungen teilnehmen, die andere organisiert haben, auch davon lebt das Projekt.
Auch wenn wir auf diese Art und Weise die Ökonomisierung der Bildung, wie sie unter anderem durch Bachelor und Master vorangetrieben wird, nicht rückgängig machen können, bietet sich so zumindest ein Zeitfenster von einem Wochenende, an dem selbstbestimmtes Lernen im Vordergrund steht. Du musst kein Lehrplan erfüllen, den irgendwelche Ministeriumsmitarbeiter*innen in Hannover für wichtig erachten und lernen, was andere meinen, das du lernen solltest.

Niemand anders weiß so gut wie du, was dich interessierst – und nur du entscheidest womit du dich beschäftigst!

Aktionstag gegen Studiengebühren – 26.05.

Die Grüne Hochschulgruppe unterstützt den Aufruf des AStA:

In immer mehr Bundesländern wurden innerhalb der letzten Jahre Studiengebühren abgeschafft: Saarland, Hessen, NRW. Bald folgen auch Hamburg und Baden-Württemberg. Gleichzeitig halten die Bundesländer Niedersachsen und Bayern nach wie vor an allgemeinen Studiengebühren fest. „Es wird nun versucht, Konzepte wie nachgelagerte Gebühren zu diskutieren, um einem möglichen politischem Druck zu entgehen und der Debatte auszuweichen“, so die Außenreferentin des AStA der Uni Göttingen. „Aber auch nachgelagerte Studiengebühren schrecken ab, wirken sozial selektiv und werden von uns ebenso abgelehnt!“

Klar ist, Niedersachsen will sich mit aller Macht gegen eine Abschaffung der Studiengebühren wehren. Wissensschaftsministerin Johanna Wanka kündigt an: „Die Diskussion über Studiengebühren wird auf jeden Fall schwieriger, wenn nur noch zwei Bundesländer sie erheben“ Abschaffung ist für sie allerdings keine Option. „Studiengebühren schränken uns im alltäglichen Leben ein, sie schließen aus und zerstören Lebenspläne. Wir müssen uns ständig überlegen wie wir das Geld fürs nächste Semester zusammenbekommen. Häufig führt das dazu, dass wir in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zu Verwandten stehen. Wir werden gezwungen prekäre Teilzeitarbeit auszuführen und einige Studierende müssen sogar zwangsweise Kredite aufnehmen. Als ob es die Finanzierung eines Studiums nicht ohne Studiengebühren schon schwer genug ist“, so der Hochschulreferent des Göttinger AStA.

Doch hinter diesen individuell erscheinenden Problemen mit Studiengebühren steckt ein System: Als Disziplinierungsinstrument dienen sie im Wesentlichen der Umstrukturierung des Bildungssystems. Wir Studierende sollen Bildung als Investition begreifen. Wir zahlen also für unsere spätere „erfolgreiche“ Karriere. Jeder Mensch hat aber ein Recht auf Bildung, Bildung ist keine Ware! Da muss eine Zurichtung durch die engen Vorgaben des Bachelor-Studiums gar nicht mehr an allen Ecken funktionieren – am Ende werden wir allein aus Angst vor den großen Schuldenbergen in der Regelstudienzeit schaffen wollen beziehungsweise müssen. Die Konsequenzen die daraus folgen, werden von der Landesregierung geleugnet und marginalisiert.

Aber die Märchen, welche uns seit der Einführung der Studiengebühren erzählt werden, sind schon lange entzaubert. Um nur eines zu nennen: Studiengebühren seien sozialverträglich und gerecht. Für die, welche es sich leisten können, stellen die Gebühren kein Hindernis dar zu studieren. Für Menschen aus einem finanziell schwachen Hintergrund ist und bleibt die Aussicht auf einen vier- bis fünfstelligen Schuldenbetrag durchaus ein Grund, ein Studium gar nicht erst zu beginnen.

Aus einer Studie des HIS geht jetzt sogar hervor: „Rund die Hälfte der Bachelorstudierenden glaubt hingegen, auf das Masterstudium verzichten zu müssen, weil die finanziellen Voraussetzungen für ein weiteres Studium fehlen oder die Studiengebühren die finanziellen Möglichkeiten übersteigen werden.”

Nur eine Abschaffung jeglicher Form von Studiengebühren gewährleistet, dass jeder und jede eine reelle Chance auf ein Studium hat und Bildung als Menschenrecht und nicht als Ware begriffen wird!

Studiengebühren müssen auch in Niedersachsen und Bayern abgeschafft werden.

Deswegen rufen wir zu einem Aktionstag am 26.05. auf. Gemeinsam gegen Studiengebühren!

Studierendenkonferenz 2010

Am 22. und 23. Oktober findet im ZHG die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Campustour der Heinrich-Böll-Stiftung statt.
Thematisch sollen Mitbestimmung von Studierenden und die Reformen des Hochschulsystems behandelt werden.
Alle Zuhörenden und Mitmischenden sind herzlich willkommen!
Mehr Infos gibt es unter www.boell.de/campustour

Besetzung des VG / Bildungsstreik

Seit dem 11. November haben Studierende der Universität Göttingen die unteren Räume des VG besetzt.
Wir solidarisieren uns mit den Besetzenden und unterstützen die grundsätzlichen Forderungen des Bildungsstreiks, die bereits im Juni gestellt wurden.

open uni

OPEN UNI – Selbstbestimmtes Lernen!!!

Liebe Utopisten, Visionäre und wissbegierige Selbstdenker,

wie ihr vielleicht schon erfahren habt, soll im April nächsten Jahres eine Open Uni stattfinden. Im Anschluss an die frühere 48-Stunden Uni soll die Tradition des selbstbestimmten, selbstgestalteten Lernens endlich fortgesetzt werden.
Vielleicht können wir vorerst nichts gegen die Studiengebühren ausrichten, vielleicht bleiben wir für die Professoren eine Matrikelnummer, vielleicht werden wir zunehmend durch seltsame Tests durch das Studium geschleust und dabei auf eine Skala von 1-6 gesetzt. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass wir uns zu einzeln kämpfenden Konkurrenten machen lassen müssen, die durch weniger werdende frei gestaltbare Zeit und Leistungsdruck das Wesentliche am Studium, das Lernen, aus den Augen verlieren müssen.
Bei allem, was die Uni an Fehlern begeht, bietet sie uns auch die Chance auf Selbstgestaltung. Manchmal muss man sich die Ziele, wie beim Freiraum-Café, hart erkämpfen, aber diese Institution gibt uns letztendlich die Möglichkeit mehr auszuprobieren, als wir es wahrscheinlich jemals wieder können.
Wir sehen in der Open Uni, neben dem Bildungsstreik und den vielen Diskussionen, eine Möglichkeit der Verwirklichung einiger unserer Forderungen bzw. jener des Bildungsstreikes, wie „Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte“ – immerhin für 48 Stunden.

Konkret bedeutet das, dass jegliche Art von Veranstaltung möglich ist, z.B. Workshops, Vorträge, Filmvorführungen oder kreatives Gestalten. JedeR – nicht nur Studis und Uniangehörige – ist herzlich dazu eingeladen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen oder selbst etwas anzubieten.

Dazu müssen wir jedoch jetzt schon mit der Organisation anfangen und je mehr mitmachen, desto näher kommen wir unserem Ziel. Darum wollen wir beim nächsten Treffen anfangen, ein klares Konzept und/oder eine Zielvorstellung zu erarbeiten, um dann mit der Werbung starten zu können.

Treffen: Do 19.11.09, 20:00 Uhr, Autonomicum

Wir freuen uns auf euch.

Eure GHG