Archiv der Kategorie 'Bildungsklau'

open uni

OPEN UNI – Selbstbestimmtes Lernen!!!

Liebe Utopisten, Visionäre und wissbegierige Selbstdenker,

wie ihr vielleicht schon erfahren habt, soll im April nächsten Jahres eine Open Uni stattfinden. Im Anschluss an die frühere 48-Stunden Uni soll die Tradition des selbstbestimmten, selbstgestalteten Lernens endlich fortgesetzt werden.
Vielleicht können wir vorerst nichts gegen die Studiengebühren ausrichten, vielleicht bleiben wir für die Professoren eine Matrikelnummer, vielleicht werden wir zunehmend durch seltsame Tests durch das Studium geschleust und dabei auf eine Skala von 1-6 gesetzt. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass wir uns zu einzeln kämpfenden Konkurrenten machen lassen müssen, die durch weniger werdende frei gestaltbare Zeit und Leistungsdruck das Wesentliche am Studium, das Lernen, aus den Augen verlieren müssen.
Bei allem, was die Uni an Fehlern begeht, bietet sie uns auch die Chance auf Selbstgestaltung. Manchmal muss man sich die Ziele, wie beim Freiraum-Café, hart erkämpfen, aber diese Institution gibt uns letztendlich die Möglichkeit mehr auszuprobieren, als wir es wahrscheinlich jemals wieder können.
Wir sehen in der Open Uni, neben dem Bildungsstreik und den vielen Diskussionen, eine Möglichkeit der Verwirklichung einiger unserer Forderungen bzw. jener des Bildungsstreikes, wie „Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte“ – immerhin für 48 Stunden.

Konkret bedeutet das, dass jegliche Art von Veranstaltung möglich ist, z.B. Workshops, Vorträge, Filmvorführungen oder kreatives Gestalten. JedeR – nicht nur Studis und Uniangehörige – ist herzlich dazu eingeladen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen oder selbst etwas anzubieten.

Dazu müssen wir jedoch jetzt schon mit der Organisation anfangen und je mehr mitmachen, desto näher kommen wir unserem Ziel. Darum wollen wir beim nächsten Treffen anfangen, ein klares Konzept und/oder eine Zielvorstellung zu erarbeiten, um dann mit der Werbung starten zu können.

Treffen: Do 19.11.09, 20:00 Uhr, Autonomicum

Wir freuen uns auf euch.

Eure GHG

Göttingen ist „Eliteuni“

Warum wir nicht Spitze sein sollten
Die Universität Göttingen hat es geschafft! Sie darf sich den Stempel Elite-Uni auf die Fahnen schreiben. Einige StudentInnen haben ihrer Freude gleich auf einem T-Shirt Ausdruck verliehen: Wir sind Spitze!
Aber sind wir das wirklich? Was haben wir als Studierende davon? Nie mehr überfüllte Seminare? Höhere Leistungsanforderungen? Nun ja zunächst muss mensch erst einmal differenzieren. Die „Exzellenzinitiative“ ist nur eine Förderung für die Forschung. Die Lehre bekommt keinen Cent aus den Geldern. Es steht auch zu befürchten, dass dieser „Titel“ eine Beschleunigung des Vorgangs ist, welcher von Kurt von Figura angestoßen worde, um sogenannte „Schwachstellen auszumerzen“. Das heißt Studiengänge, Institute und Fakultäten zu schließen, welche keinen sichtbaren kurzfristigen wirtschaftlichen Gewinn bringen, um jene zu fördern die ihn erbringen. Das führt kurzfristig zu einer Zwei-Klassen-Uni, in welcher die meisten zu kurz kommen, um einige wenige zu fördern. Langfristig führt es zu einer Zwei-Klassen-Unilandschaft, mit „Elite-Unis“ und dem ganzen traurigen Rest. Gute Bildung für alle wird es damit nicht geben! Jeder der nicht in den geforderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen studiert oder forscht, fällt unten durch und wird seiner Chancen beraubt.
Die Mehrheit der Studierendenschaft, also das „Wir“, wird keine Verbesserung ihrer Situation erfahren, sondern eher eine Verschlechterung. Warum also sollten wir uns freuen Spitze zu sein?

Kürzungen an den Nordfakultäten?

Nach einem Entwurf des Uni-Präsidiums soll eine Umstruckturieung an der Norduni stattfinden. Dafür gibt es zwei Pläne. Erstens sollen die Fakultäten für Agrarwissenschaft, Forstwissenschaft, Geographie und Geowissenschaft und für Biologie zu zwei neuen Fakultäten (Fakultät für Umweltwissenschaften und Fakultät für molekulare Biowissenschaften) zusammengeschlossen werden. Diese Zusammenlegung wären mit drastischen Einsparungen verbunden, zum Beispiel bei den Professorenstellen.
Alternativ ist aber auch angedacht ein Mathematisch-Naturwissenschaftliches Studienzentrum einzurichten. Die Mathematik und die Naturwissentschaften müssten dann an dieses Zentrum Kompetenzen ausgliedern. Dadurch sollen ebenfalls Gelder eingespart werden.
Insgesamt soll es durch Synergieeffekte kaum negative Auswirkungen auf die Lehre geben. Wir befürchten aber, dass dieses eher Wunschdenken ist und die betroffenen Fakultäten darunter leiden.
Mehr Infos auf: http://www.bildungsklau.de/downloads

Nachtrag
Die Unileitung scheint wegen der laufenden Exzellenzinitiative sehr beschäftigt zu sein. Auf jeden Fall ist die Beratung der Strukturreform erstmal verschoben wurden.
Wir halten euch auf dem Laufenden.

Figura wird deutlich – Bericht aus dem Senat

Äußeren Druck gäbe es nicht, es sei eine Entscheidung des Präsidiums. In dieser Form äußerte sich ein gesprächiger Figura am 16. November im Senat zu den Schließungen an der SoWi-Fakultät.

Folgende Position vertrat Figura im Senat:
Die Fakultät befindet sich in sehr schlechter Verfassung, an keiner Stelle erreiche sie das Minimum an Ausstattung. Da es kein Geld vom Land oder von anderen Fakultäten geben werde, müsse in dieser Situation (Umstellung auf Bachelor) über eine Umstrukturierung nachgedacht werden, um nicht in ein paar Jahren vom Landesministerium angepfiffen zu werden.

Clustergespräche:
Auf die Feststellung von Frau Kraul, dass die Politik in Hannover entgegen Figuras Aussagen von Donnerstag auch gekürzt werde, erklärte Figura, dass es sich bei den Clustergesprächen nicht um Gespräche zwischen Hannover und Göttingen handele, sondern um niedersachsenweite Gespräche. Hannover könne daher durchaus sagen: Wir schließen unsere Politik, es gibt ja noch den Standort Osnabrück.
Wer verarscht hier wen? Figura uns oder das Land den Figura?

Evaluationsbericht:
Die wissenschaftliche Bewertung der Politik und der Soziologie bezieht sich ausschließlich auf den Bericht der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen aus dem Jahr 2004. Allerdings verriet uns Figura, dass es eine vertrauliche Version gebe, aus der er auch zitiert. Vielleicht hätte er diese Information nicht so vertraulich behandeln sollen.
Die in diesem Bericht geforderte Interdisziplinarität von Politik und Soziologie, um die heutigen komplexen Fragen beantworten zu können, sieht Figura in seinem Vorschlag erfüllt. Schließlich gebe es in Zukunft eine Funktionseinheit, da die beiden politischen Professuren in der Soziologie aufgenommen werden.
Funktionseinheit gleich Interdisziplinarität? Wenn das mal so einfach wäre…

„Dialog“:
In der Senatssitzung forderte Figura den Senat auf, vorerst nicht in die Diskussion einzusteigen, da sonst der Eindruck vermittelt werde, dass es sich bei seinem Vorschlag um Ergebnisse handele. Auf die Erwiderung, man müsse doch gerade jetzt diskutieren, da zur Zeit der Eindruck herrsche, es handele sich um Ergebnisse und nicht um einen Dialog, antworte Figura nur: „Wenn sie das so sehen, dann sehen sie das so.“

Druck von Außen:
Obwohl Figura im Fakultätsrat mehrmals von „Druck von Außen“ gesprochen hatte, bestätigte er im Senat, dass es weder durch HOK III, noch durch die Clustergespräche und auch nicht aus dem Ministerium irgendwelchen Druck gebe, der seinen „Vorschlag“ beeinflusst habe. Vielmehr sei es eine alleinige Entscheidung des Präsidiums, diesen Weg zu gehen.

Im Gegensatz zur Fakultätsratssitzung outet Figura im Senat also das Präsidium, indem er zugibt, dass die Schließungen nicht auf Druck von Außen passieren, sondern zu 100 Prozent im Ermessen des Präsidiums liegen.

Schließung ohne uns!

Die Schließung auch ohne Dich? Am kommenden Donnerstag findet um 13 Uhr im ZHG 008 eine Vollversammlung statt, auf der über die nächsten Schritte beraten werden soll. Die Vorbereitung findet am Montag (14.11.) um 18 Uhr im Kollabs statt. Für den Info-Newsletter schickt eine leere Mail an: fsr-sowi-info@gmx.de!