Archiv der Kategorie 'Bildungsklau'

Schließung ohne uns!

Die Schließung auch ohne Dich? Am kommenden Donnerstag findet um 13 Uhr im ZHG 008 eine Vollversammlung statt, auf der über die nächsten Schritte beraten werden soll. Die Vorbereitung findet am Montag (14.11.) um 18 Uhr im Kollabs statt. Für den Info-Newsletter schickt eine leere Mail an: fsr-sowi-info@gmx.de!

„Politik in Göttingen nicht entwicklungsfähig“ das Ende der Politikwissenschaften

Neben der Politik werden auch die Pädagogik und der Sport zurückgefahren. Konkret: In Zukunft wird nur noch eine gymnasiale Lehramtsausbildung angeboten, in der Politik und Sport belegt werden können. Ein Bachelor bzw. Master ist in diesen drei Fächern nicht mehr vorgesehen, was vor allem in der Politik und im Sport einem Ende der Institute gleichkommt.
Für die jetzigen Magisterstudierenden muss zwar die Möglichkeit offen gehalten werden, ihre Studiengänge zu Ende zu studieren, dies geschieht dann jedoch unter dauernd schrumpfenden Angebot, da frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Ob unter diesen Bedingungen ein ordentliches Studium möglich ist, darf bezweifelt werden.

Nun aber im einzelnen:
Die Fächer der SoWi-Fakultät wurden in der Vergangenheit vom Wissenschaftsrat des Landes Niedersachsens evaluiert. Hierbei haben pauschal gesagt die Soziologie und die Ethnologie gut, die Politik und die Pädagogik mit Ausnahme des gymnasialen Lehramtsstudienganges schlecht abgeschnitten.
Auf Grund dieser Bewertung, die sich nur auf die Forschung und nicht auf die Lehre der einzelnen Fächer bezieht, sieht sich Uni-Präsident von Figura dazu gezwungen, Politik, Pädagogik und Sportwissenschaften faktisch zu schließen, im Gegenzug will er die Soziologie und die Ethnologie stärken.
Was bleibt ist die Schulpädagogik, zwei Politikprofessuren, die in die Soziologie mit eingebunden werden, und schließlich eine Sportprofessur. So soll es den gymnasialen Lehramtsstudierenden weiterhin möglich sein, Politik und Sport zu studieren.
Für alle anderen StudienanfängerInnen werden die Türen aber ab dem Wintersemester 2006 geschlossen. Den jetzigen Magisterstudierenden verbleiben dann 13 Semester, ihr Studium abzuschließen.

Von Figura hat diese „Entscheidung“ auf der Fakultätsratssitzung der Sozialwissenschaftler als Vorgabe des Ministeriums verkauft, gleichzeitig bot er einen Dialog an, der erst mit dem Ende des Wintersemesters beendet werden solle. Um was für eine Art Dialog es sich hierbei handeln würde, bei dem das Ergebnis schon zu Beginn feststeht, konnte oder wollte Figura nicht beantworten. Auch verschwieg er, dass die Fächer nur dann eine Zukunft haben, wenn sie innerhalb der nächsten drei Wochen zur Akkreditierung in Hannover angemeldet werden.
Die wohl beeindruckendste Gegenrede zu Figura hielt Franz Walter, der in der abschätzigen Redeweise des Präsidenten über die Politikwissenschaften eine Kränkung und Beleidigung unserer Intelligenz ausmachte und den bundesweit guten Ruf des Instituts verteidigte, was vom überfüllten Hörsaal ZHG 010 mit stehenden und anhaltenden Ovationen bedacht wurde.

Abgesehen davon, dass der entsprechende Bericht der Wissenschaftskommission die Politik in Göttingen überhaupt nicht so negativ sieht, wie Figura es uns suggerieren will, verfolgen das Land und auch Figura ein klares Ziel: Fächer, die an mehreren Unis in Niedersachsen angeboten werden, sollen auf einzelne Unis konzentriert werden (Clusterbildung). So wurden die Soziologie und die Politik in Hannover genau andersherum evaluiert wie in Göttingen. Was für ein Zufall! In Hannover steht also die Soziologie vor der Schließung und die Politik vor einer Stärkung.
Das riecht also nach einem abgekarteten Spiel, in dem es nur noch um Excellence und Leistung geht. Das parallele Studium von Soziologie und Politik wird somit in Göttingen und Hannover unmöglich.

Stellt sich zum Schluss die Frage, ob es noch ein Zurück gibt oder ob das Ende der Politikwissenschaft besiegelt ist? Wie schon bei den Studiengebühren ist Figura kein Präsident, der sich für seine Studierenden in Hannover einsetzt. Anstatt gegen die angeblichen „Zwänge“ aus Hannover zu protestieren, präsentiert Figura gleich ein Modell, wie die Fächer abgewickelt werden. Gilt Figura als Studiengebührenbefürworter können wir wohl auch im Fall der Schließungen davon ausgehen, dass Figura voll hinter seinen Plänen steht.
Bleibt also zu hoffen, dass sich der lautstark geäußerte Wunsch der über 600 Studierenden im Hörsaal 010 verwirklicht: „Rücktritt!“

Gegen Studiengebühren und Sozialabbau – Demonstrieren gegen Schröder am Dienstag

Anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen an den Noch-Bundeskanzler Gerhard Schröder, rufen sowohl die Antifaschistische Linke International (A.L.I.), als auch der AStA zu Demonstrationen auf. Richtet sich die AStA-Demo hauptsächlich gegen die Einführung von Studiengebühren, demonstriert die A.L.I. auch gegen Sozialabbau, den Ausbau des Überwachungsapparats und die Militarisierung der Außenpolitik unter der Regierung Schröder.
Es ist also für jeden etwas dabei. Angesichts der Tatsache, dass Phoenix die Veranstaltung live überträgt und ARD und ZDF berichten, bietet sich am Dienstag eine gute Möglichkeit, die Proteste gegen
Studiengebühren und Sozialabbau in die Öffentlichkeit zu tragen.
Die A.L.I.-Demo startet um 10 Uhr auf dem Campus und führt zum Wilhelmsplatz.
Die AStA-Demo beginnt um 11 Uhr an der Norduni und um 12 Uhr auf dem Campus und führt ebenfalls zum Wilhelmsplatz.
Erscheint zahlreich – es liegt an euch!

Aktiv werden gegen Studiengebühren: Aktionsvollversammlung am 21.4. um 13 Uhr im ZHG 011

Seit dem 26.1. können die Länder entscheiden ob sie allgemeine Studiengebühren ab dem 1. Semester erheben möchten. Auch in Niedersachsen sollen Studiengebühren erhoben werden, wobei bisher noch nicht fest steht, ob dies durch das Land oder die Uni-Präsidien geschehen soll.
Klar ist also: ohne entschlossenen Widerstand wird es in Göttingen Studiengebühren in Höhe von mind. 500 Euro pro Semester geben; für jeden von uns; ab dem ersten Semester.
Wir müssen jetzt handeln. Im so genannten NordNetz haben sich nahezu alle Universitäten Norddeutschlands zusammengeschlossen um gemeinsam Widerstand zu leisten. Verschiedene Hochschulgruppen beteiligen sich für Göttingen im NordNetz. Auch wir, die GHG, tauschen uns dort mit den anderen Unis und Studierenden aus.
Auf dieser Plattform wurde bereits eine Großdemonstration in Hannover für den 2. Juni geplant, an der sich Universitäten aus Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beteiligen werden.
Um die Proteste auch in Göttingen zu organisieren ist am Donnerstag, den 21.4. um 13 Uhr im ZHG 011 eine Aktions-Vollversammlung geplant. Dort wird das Konzept für eine Aktionsplattform vorgestellt, die es allen interessierten Studierenden ermöglicht, sich selbst zu organisieren und Aktionen gegen Studiengebühren zu planen. Diese Plattform wird Euch die Möglichkeit bieten, Ideen auszutauschen, Euch weiter zu informieren und mit Anderen zusammen aktiv zu werden. Eine ideologische Grundausrichtung der möglichen Aktionen haben wir explizit nicht vorgesehen. Was im Einzelnen geschieht entscheiden alle selbst.
Um den Protestauftakt fröhlich zu gestalten, findet am gleichen Abend eine Party in der Tangente statt. Erscheint zahlreich und laut.

Aktuelle Infos auf:
www.bildungsklau.de

Nach der VV existiert über die gesamte Zeit der Proteste das neu geschaffene Infobüro auf der Empore des ZHG, zwischen 009 und 010.

Termine:
21.4. Aktions-Vollversammlung um 13 Uhr im ZHG 011
21.4. Podiumsdiskussion mit Präsident von Figura um 17 Uhr im ZHG 009
21.4. Abends Auftakt-Party für die kommenden Proteste in der Tangente
25.4. Eventuell Demo/Aktionen in Göttingen
2.6. Großdemo in Hannover
2.6. – 4.6. Anti-Studiengebühren Festival im Anschluss an die Demo, mit Bands und Zeltstadt

10.000 in Hamburg gegen Studiengebühren

10.000 Studierende sind gestern in Hamburg gegen Studiengebühren auf die Strasse gegangen. Bundesweit waren es insgesamt sogar 25.000. Die fünf großen Demos (Hamburg, Berlin, Leipzig, Essen und Mannheim) sind als Auftakt zum „Summer of Resistance“ gedacht, und haben in allen großen Medien ihr Echo bekommen.
Am 2. Juni 2005 findet die nächste Nord-Demo in Hannover statt. Aktuelle Infos zu Aktionen gegen Studiengebühren findet ihr derzeit auf den Seiten des NordNetzes, und bald auch wieder Göttingen-spezifisch unter www.bildungsklau.de.