Archiv der Kategorie 'Ökologie'

Rezept: veganes Soja-Frikassee

Ein leckeres Frikassee ganz ohne tierische Produkte? Das soll funktionieren? Wir sagen ganz klar: Ja, das geht und schmeckt auch richtig lecker!

Rezept für 4 Person

Wir brauchen: 1 1/2 liter Gemüsebrühe, 200g Sojabrocken (gibt’s in vielen Asia-Supermärkten oder Bio-Läden), eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Sonnenblumenöl, Salz, Pfeffer, eine Grill-Gewürzmischung, 250g Möhren, 250g Reis, 200g Erbsen, 200g Champignons und ca 150ml Sojasahne (gibt’s in Bioläden und bei vielen anderen Supermärkten).

Sojabrocken: Als erstes ca 3/4 l Gemüsebrühe in einem Topf erhitzt und dann die Sojabrocken für ca 10 Minuten hineingeben. Die Brühe braucht dabei nicht zu kochen. Dann die Brühe und die Sojabrocken in ein Sieb abgießen und den Rest der Brühe auffangen. Die Sojabrocken dann „ausquetschen“, also am besten mit der Rückseite einer kleinen metallenen Schüssel in ein metallenes Sieb hineindrücken und die austretende Brühe ebenfalls auffangen.

Die Zwiebel und die Koblauchzehe in einer große Pfanne oder einem kleineren Topf mit dem Sonnenblumenöl leicht anbraten. Dann recht viel Sonnenblumenöl und die Sojabrocken hinzugeben. Die Sojabrocken nach Geschmack würzen, z.B. mit Salz, Pfeffer und einer Grill-Gewürz-Mischung (die ist ausschlaggebend im Geschmack) und mit recht viel Öl und hoher Wärme anbraten, dass sie schön kross werden

Der Rest: Während der Reis schon mal kochen kann, die verbliebene Gemüsebrühe (also auch die, die bei den Sojabrocken übrig war) und das Gemüs in einen größeren Topf geben und garen. Dann Reis, Sojasahne und die Sojabrocken hinzugeben und alles vermengen. Mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen und ggf. noch ein bisschen auf dem warmen Herd lassen/noch mit Gemüsebrühe auffüllen, wenn die Konsistenz noch nicht wie gewünscht sein sollte. Wenn die Sojabrocken kross bleiben sollen, kann man sie auch erst später auf die gefüllten Teller als Topping geben.

Guten Appetit! =)

Übrigens: Es finden sich viele weitere tolle vegane Rezepte auf http://www.rezeptefuchs.de

Für besseres Essen in den Mensen

Die Grüne Hochschulgruppe setzt sich bereits seit Jahren für faires und biologisches Essen in den Mensen des Studentenwerks ein. Seit wir im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) zwei Referate stellen, konnten wir unsere Arbeit auch in diesem Bereich intensivieren. Doch das Studentenwerk ist in vielen Punkten beratungsresistent.

Wir haben es lange gefordert und sehr begrüßt, als in der Turmmensa vegane Menüs eingeführt wurden. Die Gerichte wurden entgegen den Erwartungen des Studentenwerks in großem Umfang angenommen. Uns wundert das nicht, denn wenn ein vernünftiges Angebot gemacht wird, wählen die meisten carnivor oder vegetarisch lebenden Studierenden nach dem Geschmack der Gerichte. Nicht nur Veganer_innen greifen darum auf ein ausgewogenes und leckeres Menü ohne tierische Produkte zurück. Doch eine Ausweitung des veganen Essens wolle man trotz des Erfolgs nicht anstreben, teilte man uns mit. In der Z-Mensa könne ein veganes Angebot wegen der Verarbeitungswege nicht garantiert werden und außerdem würde die Turmmensa so ihr Profil verlieren.
Soweit das Kalkül, doch was ist mit den vegan lebenden Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit? Dort hat nämlich die Mensa am Turm geschlossen.
Es gebe doch einen veganen Wok im Freeflow-Bereich, war die Antwort. Aber täglich eine Portion aus dem Mensa-Wok ist weder ausgewogen noch auf Dauer schmackhaft.
Auch das vegetarische Angebot in der Zentralmensa ließ in der vorlesungsfreien Zeit zu Wünschen übrig, die Auswahl war gering. Das Studentenwerk interessierte sich leider wenig für diese Kritik.
Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass die Mensa am Turm auch in den Semesterferien geöffnet hat. Vielleicht bringen ja auch die letzten überfüllten Wochen – besonders in der O-Phase – das Studentenwerk zum Umdenken!

Interessant war auch das Verhalten der Mensen zu einer weiteren Anfrage, die wir aus dem AStA gestellt haben.
Wir sind von Studierenden darauf hingewiesen worden, dass sich das Studentenwerk nicht dazu positionieren würde, ob in den käsehaltigen, vegetarischen Produkten mikrobielles (vegetarisches) oder tierisches Lab aus den Mägen toter Kälber verwendet wird. Wir haben nachgeforscht und erhielten nach kurzer Zeit die Antwort, dass man nun garantieren könne, dass es sich ausschließlich um vegetarisches Lab handle. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung werde von den Produzent_innen eingeholt.
Kaum eine Woche später wurde diese Antwort zurückgenommen und man ließ verlauten, dass nun doch keineswegs garantiert werden könne, dass es sich nicht um tierisches Lab in den als „vegetarisch“ deklarierten Produkten handeln könnte. Man wolle nun aber in Zukunft auch nur wirklich vegetarische Produkte als solche kennzeichnen.

Ihr seht: Nachhaken lohnt sich! Wir bleiben dran!

Wachstum!

Der Akku von meinem Handy hält neuerdings nur noch höchstens einen Tag. Es ist knapp drei Jahre alt. „Ja, das ist ja auch schon steinalt“, sagt mir der Mann im Handyladen. „Neuer Akku? Viel zu teuer, kaufen Sie sich doch einfach ein neues!“ Aber ich will kein neues. Mein Handy hat alles was ich brauche: Ich kann damit telefonieren, sms schreiben, es hat schon ein Farbdisplay und man kann damit Fotos machen. Spiele kann man darauf auch spielen, zwar keine besonders spannenden, aber das brauche ich eigentlich auch nicht. Also haben die neueren Handys nichts Neues, Tolles was mich besonders reizt.
Warum nun geht mein Handy nach drei Jahren normalem Gebrauch kaputt? So etwas nennt sich geplante Obsoleszenz. Es werden gezielt Produkte gebaut, die nach einer gewissen Zeit kaputt gehen. Ein berühmtes Beispiel dafür war die alte Glühbirne. Ganz früher hielt sie bis zu 2500 Stunden, vor dem Ersatz durch Energiesparbirnen nur noch 1000 Stunden. Sie war das erste Produkt, das gezielt auf eine kurze Lebensdauer getrimmt wurde. Die Absprachen dafür wurden bereits in den 20iger Jahren zwischen Osram, Tungsram, International General Electric und anderen Glühbirnenherstellern getroffen. Zur Lösung der Wirtschaftskrise 1929 schlug ein Immobilienmakler namens Bernard London aus New York vor, geplante Obsoleszenz für alle Produkte zur Pflicht zu machen, einen Artikel über das Verfallsdatum hinaus zu behalten, sollte strafbar werden. So sollte der Konsum und damit die Wirtschaft angekurbelt werden. Zu dieser Zeit ging man noch davon aus, dass die Ressourcen der Erde unerschöpflich seien, dennoch hat sich die USA damals gegen dieses Vorgehen entschieden.
Später brauchte die geplante Obsoleszenz nicht mehr im Geheimen abgesprochen oder gesetzlich verordnet zu werden, sie ergab sich quasi von selbst. Die Menschen wollten kaufen und wenn nicht, bekamen sie es eben durch die Werbung suggeriert. Der Wunsch, ein neues Produkt etwas eher zu besitzen, als es notwendig ist, oder auch es eher zu besitzen, als der_die Nachbar_in, führte zu immer kürzeren Gebrauchszeiten der Produkte. Das Aussehen eines Autos spielte plötzlich eine größere Rolle als seine Qualität. Und da man beim Kauf sowieso eher wenige Informationen über die Lebensdauer eines Produktes erhält, war lange Haltbarkeit kaum ein kaufentscheidendes Kriterium mehr.
Heute stehen besonders PC-Drucker und Handys unter dem Verdacht der geplanten Obsoleszenz. Dabei müssen die Produkte nicht unbedingt direkt nach Ablauf der Garantiezeit kaputt gehen; zum Beispiel bei Handys reicht es oft schon, dass ihre Hülle von schlechter Qualität ist und darum nach einer gewissen Zeit so abgegriffen aussieht dass der_die Besitzer_in meint, ein neues Handy zu brauchen. Aber der Wirtschaft tut das ganze natürlich gut. Was wiederholen alle Wirtschaftsweisen dieser Welt immer wieder wie ein Mantra? „Wir brauchen Wachstum!“ „Die Menschen müssen konsumieren! So kann die Wirtschaft wachsen und das schafft Arbeitsplätze.“
Volkswagen braucht allein 7% Wachstum jedes Jahr, nur so kann der Standpunkt Deutschland gehalten werden. Wie soll das denn gehen, dass der Gewinn von Volkswagen über mehrere Jahre gleich bleibt? Die Aktionäre würden doch im Dreieck springen und die Verlegung der Produktion in billigere Länder fordern! Das würde dann vielleicht nicht den Absatz steigern, aber zumindest die Produktionskosten senken, und so den Gewinn erhöhen. Wenn wir also nicht wollen, dass die Löhne der VW-Mitarbeiter_innen sinken oder sie gar ihre Arbeitsplätze verlieren, müssen wir jedes Jahr 7% mehr Autos kaufen oder zumindest dafür sorgen, dass VW jedes Jahr 7% mehr Autos exportieren kann. Kaufen, kaufen, kaufen! Immer das neueste Handy, den neuesten Laptop, den neusten iPod und die neueste Mode. Damit die Wirtschaft am Laufen bleibt.
Bitte niemals alte Sachen noch einmal verwenden oder schnelllebige Produkte länger nutzen als die vorgesehene Lebensdauer. Auch wenn wir durch Konsum nicht glücklicher werden, so sichern wir zumindest das Überleben der Weltwirtschaft. Und die Ressourcen dieser Erde? Nunja, das ist ein Problem… aber schau mal hier, da gibt’s ein neues iPhone!

Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird stehen: „Zuviel war nicht genug.“

Atomkraft: Schluss!

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat erneut gezeigt: Atomkraft ist unbeherrschbar und birgt ein tägliches, tödliches Risiko. Hunderttausende gehen deshalb in diesen Monaten bundesweit auf die Straße und fordern entschieden den Atomausstieg. Die Bundesregierung aber will erst im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus Tschernobyl und Fukushima zieht – offiziell auf Basis eines Sicherheitschecks aller AKW. Doch in Wahrheit wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist, die acht derzeit abgeschalteten Reaktoren endgültig stillgelegt werden und die restlichen ihnen folgen.

Unsere Chance, den Ausstieg durchzusetzen, war noch nie so groß. Am 28. Mai finden, erstmals am gleichen Tag, Großdemonstrationen in etwa 20 Städten bundesweit statt. Wir wollen mit zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und die heißt: Alle AKW abschalten – sofort und endgültig! Die Zukunft liegt bei den Erneuerbaren Energien, gemeinsam mit Energieeffizienz und Energiesparen.

In Göttingen wird es am 28.05.2011 ab 11:00 auf dem Bahnhofsvorplatz ein Vorprogramm geben. Um 5 vor 12 geht es dann mit der Demonstration los. Weitere Infos gibts auf http://anti-atom-demo.de/

Ab Heute: Veganes Essen in der Turmmensa!

Wir freuen uns sehr darüber, dass das Studentenwerk ab Montag den 04.04.2011 ein reguläres veganes Gericht pro Tag in der Turmmensa anbietet. Menschen, die auf tierische Produkte verzichten wollen, oder beispielsweise an Laktoseintoleranz leiden, haben nun endlich die Möglichkeit, in der Mensa essen zu können. „Auch wenn leider noch nicht die Rede davon sein kann, dass es eine Auswahl an veganen Gerichte gäbe, hoffen wir, dass dies nicht der letzte Schritt des Studentenwerkes ist, um den Studierenden eine ökologischere Ernährungsweise in der Mensa zu ermöglichen“ sagt ein Mitglied der Grünen Hochschulgruppe. Wir halten selbstverständlich unsere Forderungen an das Studentenwerk, wie beispielsweise eine Steigerung des Angebots von Bio-Produkten und vegetarischen und veganen Menüs oder eine Liste der verwendeten Lebensmittelzusatzstoffe, aufrecht.
Die Turmmensa hat Montag – Freitag und von 11:30 – 14:15 geöffnet.