Archiv der Kategorie 'Selbstverwaltung'

Aktionstag gegen Studiengebühren – 26.05.

Die Grüne Hochschulgruppe unterstützt den Aufruf des AStA:

In immer mehr Bundesländern wurden innerhalb der letzten Jahre Studiengebühren abgeschafft: Saarland, Hessen, NRW. Bald folgen auch Hamburg und Baden-Württemberg. Gleichzeitig halten die Bundesländer Niedersachsen und Bayern nach wie vor an allgemeinen Studiengebühren fest. „Es wird nun versucht, Konzepte wie nachgelagerte Gebühren zu diskutieren, um einem möglichen politischem Druck zu entgehen und der Debatte auszuweichen“, so die Außenreferentin des AStA der Uni Göttingen. „Aber auch nachgelagerte Studiengebühren schrecken ab, wirken sozial selektiv und werden von uns ebenso abgelehnt!“

Klar ist, Niedersachsen will sich mit aller Macht gegen eine Abschaffung der Studiengebühren wehren. Wissensschaftsministerin Johanna Wanka kündigt an: „Die Diskussion über Studiengebühren wird auf jeden Fall schwieriger, wenn nur noch zwei Bundesländer sie erheben“ Abschaffung ist für sie allerdings keine Option. „Studiengebühren schränken uns im alltäglichen Leben ein, sie schließen aus und zerstören Lebenspläne. Wir müssen uns ständig überlegen wie wir das Geld fürs nächste Semester zusammenbekommen. Häufig führt das dazu, dass wir in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zu Verwandten stehen. Wir werden gezwungen prekäre Teilzeitarbeit auszuführen und einige Studierende müssen sogar zwangsweise Kredite aufnehmen. Als ob es die Finanzierung eines Studiums nicht ohne Studiengebühren schon schwer genug ist“, so der Hochschulreferent des Göttinger AStA.

Doch hinter diesen individuell erscheinenden Problemen mit Studiengebühren steckt ein System: Als Disziplinierungsinstrument dienen sie im Wesentlichen der Umstrukturierung des Bildungssystems. Wir Studierende sollen Bildung als Investition begreifen. Wir zahlen also für unsere spätere „erfolgreiche“ Karriere. Jeder Mensch hat aber ein Recht auf Bildung, Bildung ist keine Ware! Da muss eine Zurichtung durch die engen Vorgaben des Bachelor-Studiums gar nicht mehr an allen Ecken funktionieren – am Ende werden wir allein aus Angst vor den großen Schuldenbergen in der Regelstudienzeit schaffen wollen beziehungsweise müssen. Die Konsequenzen die daraus folgen, werden von der Landesregierung geleugnet und marginalisiert.

Aber die Märchen, welche uns seit der Einführung der Studiengebühren erzählt werden, sind schon lange entzaubert. Um nur eines zu nennen: Studiengebühren seien sozialverträglich und gerecht. Für die, welche es sich leisten können, stellen die Gebühren kein Hindernis dar zu studieren. Für Menschen aus einem finanziell schwachen Hintergrund ist und bleibt die Aussicht auf einen vier- bis fünfstelligen Schuldenbetrag durchaus ein Grund, ein Studium gar nicht erst zu beginnen.

Aus einer Studie des HIS geht jetzt sogar hervor: „Rund die Hälfte der Bachelorstudierenden glaubt hingegen, auf das Masterstudium verzichten zu müssen, weil die finanziellen Voraussetzungen für ein weiteres Studium fehlen oder die Studiengebühren die finanziellen Möglichkeiten übersteigen werden.”

Nur eine Abschaffung jeglicher Form von Studiengebühren gewährleistet, dass jeder und jede eine reelle Chance auf ein Studium hat und Bildung als Menschenrecht und nicht als Ware begriffen wird!

Studiengebühren müssen auch in Niedersachsen und Bayern abgeschafft werden.

Deswegen rufen wir zu einem Aktionstag am 26.05. auf. Gemeinsam gegen Studiengebühren!

Interview mit der AStA-Vorsitzenden

Nun ist die neue Nummer unser Zeitung GrünPhase erschienen. Für diese Sonderausgabe haben wir ein Interview mit der AStA-Vorsitzenden Susanne Peter (ADF) geführt und sie zu den verschwundenen 25.000€ aus den Kassen der selbstverwalteten Studierendenschaft befragt.
Aber lest selbst…

Das Studentenwerk gegen Selbstverwaltung und unliebsame Transparente

Wir unterstützen den offenen Brief der Here-to-Stay Kampagne an das Studentenwerk Göttingen – für selbstverwaltetes Wohnen und freie Meinunngsäußerung!

Offener Brief an das Studentenwerk Göttingen

Verbote freier politischer Meinungsäußerung einstellen und Androhungen von Mietvertragskündigungen zurückziehen!

Sehr geehrter Herr Prof. Magull, sehr geehrte Damen und Herren vom Studentenwerk Göttingen,

noch im Jahr 2005 lobte die Göttinger Öffentlichkeit das Engagement und die Zivilcourage Göttinger BürgerInnen als sie sich an Transparentaktionen gegen den bevorstehenden Naziaufmarsch beteiligten. Zu diesem und anderen Anlässen hingen Bürgerinnen und Bürger immer wieder themenbezogene Transparente an ihre Hausfassaden. So prangten zum Bildungsstreik 2009 an vielen gut sichtbaren Stellen in der Stadt Transparente und Plakate mit den Forderungen nach besserer Bildung, sowie selbstbestimmtem Leben und Lernen. Und auch in diesem Jahr hingen zum „Tag der Deutschen Einheit“ verschiedende Transparente in der Stadt, die unter anderem die aktuellen Abschiebungen von Sinti und Roma in das Kosovo kritisierten.

Was 2005 noch als wichtiges Mittel zur politischen Meinungsbildung und vor allem als Opposition gegen die Naziaufmärsche gesehen wurde, veranlasste Sie schon im Jahr 2006 dazu, einzelnen Häusern mit der Mietvertragskündigung zu drohen. Dieses Vorgehen ist angesichts des historischen Bezugs des Transparentes – darauf war zum 9. November zu lesen „In Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ – besonders bedenklich. Doch auch in jüngster Zeit nehmen Sie die politische Meinungsäußerung über Transparente zum Anlass, Ihre Mietvertragsverhandlungen mit den Häusern der „Here to stay“-Kampagne zu torpedieren und einzelnen Häusern mit der Mietvertragskündigung zu drohen. Diese Mietvertragsverhandlungen sind das Ergebnis einer bald vierjährigen Auseinandersetzung zwischen den Häusern der „Here to stay“-Kampagne und Ihnen.

Das Ziel einer rechtlichen Absicherung der in den Häusern gelebten Form der Selbstverwaltung wird durch Ihre aktuelle Politik infrage gestellt. So erhielten in den letzten Wochen und Monaten zwei Wohngemeinschaften im Kreuzbergring Abmahnungen von Ihrer rechtlichen Vertretung, die bis dato lediglich damit betraut war, die Vertragsverhandlungen zwischen „Here To Stay“-Häusern und dem Studentenwerk zu führen. Nicht nur, dass in diesen Abmahnungen explizit mit einer Kündigung gedroht wurde, die BewohnerInnen mussten sich zudem mit beleidigenden Vorwürfen konfrontiert sehen. „…Dies setzt allerdings voraus, dass sich die natürlichen Personen, die hinter den zukünftigen Mieterinnen stehen, vernünftig und angemessen verhalten. Derartiges erfolgt durch das Aushängen von Transparenten generell nicht ….“

Zuletzt weiteten Sie ihre Abmahnungspolitik auch auf Wohngemeinschaften in Häusern aus, die nicht in der „Here to stay“-Kampagne organisiert sind. Diese hatten Transparente aufgehängt, die sich gegen den Castortransport Anfang November ins Wendland aussprachen. Die „Here to stay“-Kampagne erklärt sich mit den betroffenen Wohngemeinschaften solidarisch.

Wir fragen Sie daher:

Sind Sie sich bewusst, dass Sie mit solchen Verboten ein legitimes Mittel der politischen Meinungsbildung aus der Göttinger Öffentlichkeit verdrängen?

Sind Sie sich bewusst, dass Sie mit einem solchen Verbot selbst eine politische Position einnehmen, die jenseits von fortschrittlichen Ansätzen zu verorten ist?

Eine solche Form der Einschränkung der Meinungsfreiheit halten wir für einen gefährlichen und inakzeptablen Schritt im aktuellen politischen Klima und erachten die Abmahnung als provokantes und unverantwortliches Handeln.
Wir fordern Sie daher auf, die bisherigen Abmahnungen zurückzuziehen, weitere Schritte in diese Richtung zu unterlassen und stattdessen vielmehr ein Klima freier politischer Meinungsbildung in Göttingen zu fördern!

open uni

OPEN UNI – Selbstbestimmtes Lernen!!!

Liebe Utopisten, Visionäre und wissbegierige Selbstdenker,

wie ihr vielleicht schon erfahren habt, soll im April nächsten Jahres eine Open Uni stattfinden. Im Anschluss an die frühere 48-Stunden Uni soll die Tradition des selbstbestimmten, selbstgestalteten Lernens endlich fortgesetzt werden.
Vielleicht können wir vorerst nichts gegen die Studiengebühren ausrichten, vielleicht bleiben wir für die Professoren eine Matrikelnummer, vielleicht werden wir zunehmend durch seltsame Tests durch das Studium geschleust und dabei auf eine Skala von 1-6 gesetzt. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass wir uns zu einzeln kämpfenden Konkurrenten machen lassen müssen, die durch weniger werdende frei gestaltbare Zeit und Leistungsdruck das Wesentliche am Studium, das Lernen, aus den Augen verlieren müssen.
Bei allem, was die Uni an Fehlern begeht, bietet sie uns auch die Chance auf Selbstgestaltung. Manchmal muss man sich die Ziele, wie beim Freiraum-Café, hart erkämpfen, aber diese Institution gibt uns letztendlich die Möglichkeit mehr auszuprobieren, als wir es wahrscheinlich jemals wieder können.
Wir sehen in der Open Uni, neben dem Bildungsstreik und den vielen Diskussionen, eine Möglichkeit der Verwirklichung einiger unserer Forderungen bzw. jener des Bildungsstreikes, wie „Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte“ – immerhin für 48 Stunden.

Konkret bedeutet das, dass jegliche Art von Veranstaltung möglich ist, z.B. Workshops, Vorträge, Filmvorführungen oder kreatives Gestalten. JedeR – nicht nur Studis und Uniangehörige – ist herzlich dazu eingeladen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen oder selbst etwas anzubieten.

Dazu müssen wir jedoch jetzt schon mit der Organisation anfangen und je mehr mitmachen, desto näher kommen wir unserem Ziel. Darum wollen wir beim nächsten Treffen anfangen, ein klares Konzept und/oder eine Zielvorstellung zu erarbeiten, um dann mit der Werbung starten zu können.

Treffen: Do 19.11.09, 20:00 Uhr, Autonomicum

Wir freuen uns auf euch.

Eure GHG

MZG 11.40 geräumt!

Heute am frühen Morgen wurde der besetze Raum 11.40 von Polizeikräften geräumt. Der Raum war seit knapp zwei Wochen besetzt und sollte einen Ersatz für das verbrannte „Cafe Kollabs“ erwirken. Die GHG hat sich mit den Besetzern solidarisiert und verurteilt die Räumung scharf. Das Verhalten der Unileitung bei den Verhandlungen war halbherzig und die Räumung war unverhältnismäßig. Die GHG spricht sich weiter für ein selbstverwaltetes Cafe am Z-Campus aus und fordert von der Unileitung eine Erklärung!

Mehr Infos hier!

Heute um 18:00 Uhr soll am Gänseliesel eine Spontandemo stattfinden!