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Die Grüne Hochschulgruppe

Wer wir sind und was wir wollen

Wir – die Grüne Hochschulgruppe Göttingen – sind eine zu den Uniwahlen antretende Hochschulgruppe, mit vielen Kernthemen. Eines mit besonderem Stellenwert ist bei uns Ökologie und Nachhaltigkeit. Daher nennen wir uns “Grüne Hochschulgruppe”, auch wenn wir keine Verbindungen zur grünen Partei haben.

Wir finden es falsch, die Universität und die Hochschulpolitik als abgeschottetes Universum zu betrachten, denn selbstverständlich sind auch und gerade die Hochschulen von gesamtgesellschaftlichen, politischen, ökologischen und ökonomische Fragestellungen und Problemen betroffen.
Nicht nur deshalb beteiligen wir uns an vielen Aktionen außerhalb der Universitätspolitik, sondern auch, weil wir gesamtgesellschaftliches Engagement wichtig finden, weil wir für eine fröhlichere, gerechtere, ja für eine bessere Welt kämpfen! Antifaschismus und Antirassismus, Atomkraft und Lobbyismus, Sexismus und Diskriminierung jeder Art, Kapitalismuskritik und Herrschaftskritik, Tierrechte, Ernährung und selbstverständlich auch die Bildungspolitik sind dabei nur einige unserer Themen.

Wir sind im Studierendenparlament derzeit mit 8 Sitzen vertreten und bilden auf Fakultäts- und Senatsebene zusammen mit der JusoHSG rot-grüne/grün-rote Listen. So arbeiten wir in vielen Gremien, Kommissionen und Ausschüssen der Universität mit. Seit den Uniwahlen im Frühjahr 2011 stellen wir gemeinsam mit der JusoHSG, dem Basisdemokratischen Bündnis und Schwarz-Rot-Kollabs den AStA. Außerdem arbeiten wir zurzeit als rot-grüne Liste zusammen mit den Basisgruppen in den Fachschaftsräten der Philosophischen und der Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Schaut doch mal vorbei: www.ghg-goettingen.de

Wir treffen uns jeden Montag um 20:15 Uhr im 1. Stock des Rosa-Luxemburg-Hauses (Goßlerstr. 16a).
Interessierte sind immer herzlich willkommen!

Ein Jahr Grüne Hochschulgruppe im AStA – ein Resümee

Im März 2011 war es soweit: Nach einem harten Wahlkampf und wochenlangen Koalitionsverhandlungen konstituierte sich erstmals seit 2001 wieder ein linkspolitischer AStA an der Uni Göttingen. Die vorherigen Wochen hatten Aktive der Grünen Hochschulgruppe mit Vertreter_innen vierer anderer Fraktionen verbracht, Ideen ausgetauscht, diskutiert und sich schließlich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Richtung war klar: Aus dem Winterschlaf wollte man die Göttinger Studierendenschaft aufwecken, das kulturelle Angebot bereichern, interessante Veranstaltungen durchführen, Beratungsangebote ausweiten und studentische Projekte mit Ressourcen unterstützen, kurzum bunte und vielfältige Arbeit machen. Die Struktur des AStA selbst sollte demokratischer sein als im abgewählten rechten ADF-RCDS-AStA, die Handlungen des AStA transparenter gemacht werden. Transparenz war ohnehin eines der wichtigsten Schlagworte der Koalitionsverhandlungen, hatte doch der alte AStA nicht zuletzt wegen seiner katastrophal intransparenten Finanzführung knapp 30.000€ an Studierendengeldern und damit absolut zurecht die Wahl verloren.

Wo war die Amtsübergabe?

Erfahrung hatte also keine der Hochschulgruppen mit dem AStA, hatte ihn doch die ADF seit 10 Jahren, teilweise mit den ewig gleichen Personen gestellt. Eine Übergabe im Sinne der Studierendenschaft fand jedoch nicht statt. Stattdessen hatte man uns auf den Schreibtischen und auf den Festplatten ein unglaubliches Chaos hinterlassen – zumindest in den wenigen Bereichen, in denen der alte AStA gearbeitet hatte. Mancherorts fand sich auch nur eine fast fingerdicke Staubschicht auf der Tastatur. Es musste also zunächst aufgeräumt, geputzt und sortiert werden, fast zwei Wochen dauerte es, das Tohuwabohu allein im Rosa-Luxemburg-Haus zu beseitigen. Das Stilbrvch (damals: Vertigo) war nochmals eine Sache für sich und über Massen von abgelaufenem Bier und Kotze im Kühlraum könnte viel geschrieben werden, wir wollen euch das aber lieber nicht zumuten.

Neue Strukturen im AStA

Endlich war alles aufgeräumt, geputzt und gesichtet; jetzt konnte also endlich die inhaltliche Arbeit für die Studierenden losgehen.
Was haben wir also im AStA getan? Was hat sich geändert?
Zunächst einmal die Struktur: Entscheidungen wurden im neuen AStA nicht in Abstimmungen, sondern im Konsens getroffen. Was für einige zunächst unrealistisch klang, funktionierte nach einer manchmal schwierigen Eingewöhnungsphase hervorragend: Bei allen Aktionen des AStA wurden Kompromisse ausgehandelt, so dass keine Minderheitenmeinungen übergangen werden konnten.

Transparenz und Öffentlichkeit

Um die Entscheidungsfindungen auch transparent nach Außen zu tragen, haben wir im AStA nicht nur die alte Homepage erneuert, sondern auch den Newsletter wiederbelebt und eine eigene Zeitung, die AStA-Info, als Beilage zur AUGUSTA herausgegeben. Darin haben wir regelmäßig über verschiedene Positionen und Veranstaltungen des AStA hingewiesen. Daneben wollten wir die Bildschirme in den Mensen und Cafeterien des Studentenwerks sinnvoll nutzen und haben darum lange mit dem Studiwerk verhandelt, so dass schlussendlich seit einiger Zeit eine Informationspräsentation von AStA und Studierendenparlament über die Monitore flimmert.
Der Wille zur Transparenz und zur politischen Gestaltung zeigt sich aber auch an den vielen Pressemitteilungen des AStA. Insgesamt 33 Stück (Stand: Dezember 2011) gab der AStA in 9 Monaten heraus und damit mehr als dreimal soviel wie es der rechte AStA es in einem ganzen Jahr getan hatte.

10 Referate eingerichtet

Damit etwas transparent zu machen war, musste natürlich zuerst an den vielfältigen Projekten gearbeitet werden. Und das war nicht wenig. Die Wochenarbeitszeit einiger AStA-Mitgleider lag oft über 50 Stunden, welche sich aber ganz verschieden füllten. Die Aufgabenbereiche für das Tagesgeschäft waren nämlich in 10 Abteilungen (Referate) aufgeteilt worden: Vorsitz (= Referat für Allgemeines), Finanzen, Hochschulpolitik, Außen, Soziales, Gender, Kultur, Ökologie und Nachhaltigkeit, Transparenz und Öffentlichkeit sowie Politische Bildung, Demokratie und kritische Wissenschaft. So sah es von außen aus, de facto haben die Referate jedoch bei allen größeren Projekten zusammengearbeitet.

Freie Bildung für alle!

Zwei dieser Projekte waren die Demonstrationen gegen Studiengebühren, ein leider nur kleines Aufflackern der ehemaligen Bildungsstreikproteste, die in Göttingen im Verhältnis zu anderen Städten stets kleiner ausfielen, nicht zuletzt, weil der alte AStA sich nicht mit den Studierendenprotesten solidarisierte.
Und freie Bildung wurde, zumindest kurz, auch wirklich durchgesetzt: In der OpenUni. Der AStA reservierte das Verfügungsgebäude (VG) und bot dort die Möglichkeit, rein aus Interesse und unabhängig von jeglichem Notendruck zu lernen. Workshops, Diskussionskreise, Filmvorführungen, Vorlesungen und vieles mehr wurde von mehreren Hundert Studierenden und anderen Interessierten angeboten und wahrgenommen. Insgesamt fanden etwa 70 Veranstaltungen statt, vom Sockenstopfen bis zur gesellschaftlichen Vermitteltheit von Geschmackserleben, die Bandbreite war riesig, das Feedback überaus positiv.
Teil des Themenschwerpunkts „Freie Bildung“ war auf das im SoSe und WiSe herausgegebene Alternative Vorlesungsverzeichnis, in welchem diverse Veranstaltungen aus allen Fakultäten aufgeführt waren, die auch für fachfremde Studierende interessant und machbar sein könnten. Ein Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus wird im verschulten Bachelor- oder Master-Studium immer schwieriger – die Alternativen Vorlesungsverzeichnisse haben dieser Tendenz entgegengewirkt.

Paradigmenwechsel und Tierethik

Doch auch außerhalb dieser Versuche hat der AStA begonnen, freie Bildung in Göttingen zu etablieren, zum Beispiel in fünf Veranstaltungsreihen: Verhältnisse von Menschen und anderen Tieren, Städtischer Wohnraum, Energiepolitik, Paradigmenwechsel in der Wissenschaft und „Geschlecht – Grenzen – Gleichstellung – Gewalt“ waren neben diversen Einzelterminen die großen zusammenhängenden Vortragsserien. Letztere läuft auch jetzt noch und geht bis in den Februar hinein (siehe Termine).

Kultur?Kollektiv!

Doch auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen: Der Ausbau des Kulturangebots war einer der wichtigsten Punkte des linken AStA. Der früher stets leere AStA-eigene Partykeller „Vertigo“ im VG wurde kräftig umgestaltet, sowohl was das kahle Interieur als auch die Konzepte anging. Die Umbenennung in „Stilbrvch“ folgte auf dem Fuße durch eine Online-Abstimmung der Studierendenschaft. Fast jede Woche fanden mindestens eine, meist mehrere Veranstaltungen statt und damit in manchem Monat mehr erfolgreiche Partys und Konzerte als der alte AStA im ganzen Jahr organisiert hatte. Damit das überhaupt zu bewältigen war, wurde das offene Kulturplenum bzw. das KulturKollektiv ins Leben gerufen. Zahlreiche Menschen engagierten sich hier ehrenamtlich, um den Laden am Laufen zu halten. Neben den Konzerten und Partys im Stilbrvch fanden auch im ZHG, auf dem Campus und in der Innenstadt Veranstaltungen statt: Titanic-Redakteure Martin Sonneborn und Thomas Gsella waren zu Gast, ein kultureller Stadtrundgang und die Paintclub-Reihe waren große Erfolge. 2012 geht es weiter, z.B. mit dem Kabarettisten Rainald Grebe.

Kultur?Ticket!

Wir haben im AStA außerdem mit diversen Einrichtungen in Göttingen das Kulturticket ausgehandelt, das wir euch zur Abstimmung anbieten. Mit dabei sind diverse Kunst- und Kulturanbieter_innen Göttingens, die freien Eintritt oder Vergünstigungen gewähren, für 7,60€ im Semester. Das heißt im Klartext: Wer einmal im Semester ins Theater geht, hat den Preis schon wieder draußen. Zudem wird natürlich die Kulturszene Göttingens unterstützt, aber nicht subventioniert, wie die ADF in ihrer Publikation fälschlich behauptete. Die Einzelpreise sind so angesetzt, dass die Einrichtungen vermutlich weder viel Gewinn noch Verlust machen. Dafür können sie aber mit festen Zahlen kalkulieren, was für die Kunst- und Kulturschaffenden eine gewisse Sicherheit bietet. Nur deshalb konnte dieser sehr günstige Preis überhaupt ausgemacht werden. Mehr Infos findet ihr auch auf der Homepage des AStA oder hier im Heft.

Gerechtes Semesterticket

Natürlich hat sich der AStA auch um das Semesterticket für die Bahn gekümmert, was allerdings durch Betreiberwechsel und Fahrgastzählungen erschwert wurde. Herausgekommen ist für die Urabstimmung jedoch ein erstaunlich günstiges Ticket. Die ADF warf dem linken AStA jedoch Versagen vor, weil der Preis erstmals über 80€ stieg. Natürlich war dies wieder einmal nur die halbe Wahrheit, denn der Preis stieg zwar von 79,57€ auf 80,81€, doch ist dies im Verhältnis zu den „Verhandlungen“ der alten ASten eine sehr geringe Verteuerung: Von 2004 bis 2011 verteuerte sich das Ticket unter ADF-ASten von 44,70€ auf besagte 79,57€ – allein bei der letzten Urabstimmung um 10,61€. Die Verhandlungen des Linken AStA waren also ein Erfolg! Über das Semesterticket könnt ihr ebenfalls wahlparallel in einer Urabstimmung entscheiden.

Ökologie wird groß geschrieben

Auch ökologische Aspekte wurden im AStA groß geschrieben, nicht nur bei Veranstaltungen, sondern auch in direktem Bezug zur Georgia Augusta. Wir haben im AStA mit der Uni und dem Studentenwerk in regem Kontakt gestanden. Was teilweise absurd klingt, mussten wir erst durchsetzen: So ist beispielsweise das als „vegetarisch“ gekennzeichnete Essen endlich wirklich vegetarisch, durch den Verzicht auf aus den Mägen toter Kälber gewonnenes Lab. Auch überlegt sich das Studentenwerk nun, die veganen und vegetarischen Gerichte auszubauen, ein Ziel, für das wir lange gekämpft haben. Zum Ende seiner Amtszeit wird der AStA außerdem einen Öko-Leitfaden herausgeben, der Tipps zum möglichst nachhaltigen Leben und Konsumieren allgemein und an der Uni sowie in Göttingen im Besonderen enthält.

Die Angebote werden genutzt!

Broschüren wurden ohnehin diverse erarbeitet, so haben wir beispielsweise eine zum Prüfungsrecht herausgegeben, welche den Umgang mit den oftmals schwer zu verstehenden Prüfungs- und Studienordnungen erleichtern soll. Daneben gibt es erstmalig ein Organigramm der gesamten universitären Selbstverwaltung Göttingens, ein
komplexes Schaubild, das die Gremien der Uni auf einen Blick liefert.
Besonders gut besucht waren jedoch die Sprechstunden diverser und die Beratungsangebote per E-Mail und Telefon. Hier konnte der AStA unter anderem mehrere Exmatrikulationen verhindern, Prüfungsstreit schlichten und in sozialen Notlagen sowie bei Diskriminierungsfällen weiterhelfen.

Vieles getan, vieles zu tun!

Das alles sind nur Ausschnitte der Arbeit, die wir in den vergangenen Monaten im AStA für euch geleistet haben. Vieles mehr könnte man erwähnen, wie die Unterstützungen diverser studentischer Initiativen in den Fakultäten und fakultätsübergreifend, die Demokratisierung der Landesastenkonferenz Niedersachsens, die Durchführung der Vollversammlung des bundesweiten Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren in Göttingen, der Einsatz für eine Entmilitarisierung der Forschung, der CampusKalender und die Sicherung des Fortbestehens der Augusta und und und…
Vieles haben wir erreichen können, wollen es erhalten und ausbauen, vieles muss noch getan werden!

Wir hoffen deshalb, dass wir auch für das kommende Jahr euer Vertrauen haben, damit wir uns weiter im AStA für eine abwechslungsreiche, ökologische und studierendenfreundliche Uni einsetzen können!

AStA handelt Kulturticket aus

Für 7,60€ Kunst & Kultur genießen

Erstmalig wird in diesem Januar in Göttingen ein Kunst- und Kulturticket für die Studierendenschaft zur Urabstimmung gestellt. Wir haben für euch im AStA ein Paket verschiedener Vergünstigungen mit den Kultureinrichtungen der Stadt ausgehandelt. Dabei gilt – wie auch beim Bahn-Semesterticket – das Solidaritätsprinzip unter den Studierenden. Im Kulturticket sind vom Rockschuppen über das Städtische Museum bis zum Symphonieorchester zahlreiche Institutionen vertreten. Eine genaue Auflistung der Leistungen, die ihr für 7,60€ im Semester erhaltet, wenn die Urabstimmung über das Ticket positiv ausfällt, findet ihr unten. Ihr könnt entscheiden, ob ihr das Ticket im WiSe 12/13 und SoSe 13 in den Händen halten wollt.

Deutsches Theater – Kostenloser Eintritt bei Eigenproduktionen ab 3 Tagen vor Veranstaltungstermin
Apex – Kostenloser Eintritt an der Abendkasse
Sammlung der Gipsabgüsse – Kostenloser Eintritt und drei kostenloser Führungen pro Semester (Anmeldung über den AStA)
Theater im OP (ThOP) – Kostenloser Eintritt an ein bis zwei Aufführungsterminen pro Stück (mind. 8x im Semester)
Ethnologische Sammlung – Kostenloser Eintritt
Kunstsammlung der Universität – Kostenloser Eintritt
Städtisches Museum – Kostenloser Eintritt
Kunstausstellungen im Alten Rathaus – Kostenloser Eintritt
KAZ – Garantie, dass kostenlose Veranstaltungen kostenlos bleiben
EXIL – Kostenloser Eintritt zu Tanzveranstaltungen am Samstag, zur Boogie’n’Blues Küche sowie Eintrittskarten für Konzerte auch an der Abendkasse zum günstigeren Vorverkaufspreis
Göttinger Symphonie Orchester (GSO) – Karten an der Abendkasse für den symbolischen Preis von 1,00€
Musa – 5,00€ Ermäßigung auf Konzertkarten an der Abendkasse
Nörgelbuff – Kostenloser Eintritt an Montagen (Houseband, Querbeat-Session, Spielstunde), Mittwochen (Salsa), bei der Jam-Session und bei Improsant
Junges Theater – Kostenloser Eintritt bei Vorreservierungen und bei Restkarten an der Abendkasse

Hallo liebe Klimaerwärmung

Klimakonferenz in Durban

Seit 1995 findet jedes Jahr eine Weltklimakonferenz statt. Dieses Jahr trafen sich, wie abgemacht, die Vertreter von über 190 Staaten in Durban, Südafrika, um abzumachen, dass sie spätestens 2015 eine verbindliche Abmachung treffen wollen. Erstmals haben sich auch die USA und China bereit erklärt, eventuell mitzumachen. Diese Abmachung soll 2020 in Kraft treten und muss noch ausgehandelt werden.
Bis dahin soll ab 2013 das Kyotoprotokoll in die zweite Verpflichtungsrunde gehen. Ziel soll sein, die Treibhausgasemissionen weltweit um 25 – 40 % zu senken. Das Ziel bis 2012 für die EU lag gemittelt bei 8%, wobei einigen Staaten noch eine Erhöhung des Ausstoßes zugestanden wurde. Ein Einfluss des Kyotoprotokolls auf die steigende Konzentration der Treibhausgase CO2 und Lachgas ist dabei nicht zu beobachten.

Kanada ist nach der Klimakonferenz dieses Jahr aus dem Kyotoprotokoll ausgestiegen. Die erste Verpflichtungsrunde läuft ja 2012 aus und das bedeutet, dass alle Staaten Strafen zahlen müssen, wenn sie ihre selbst festgelegten Verpflichtungen zur Verminderung des Treibhausgasausstoßes nicht erreicht haben. Da aber zum Beispiel die USA und China, als größte Treibhausgasproduzenten überhaupt, sich gar nicht erst nicht beteiligt hatten, hat Kanada auch keine Lust, bestraft zu werden.

Was soll das Ganze eigentlich?

Es könnte die Frage aufkommen, wieso seit 16 Jahren dauerhaft Verhandlungen laufen, jedoch in Realität kaum etwas passiert. Liegt den einzelnen Staaten etwa nicht genug daran, unseren Planeten in einem Zustand zu erhalten, in dem die Menschheit darauf auch gut leben kann? Wieso muss erst verhandelt werden? Mittlerweile ist eigentlich klar, dass alle so viel wie möglich tun müssen. Von dem ehrgeizigen Ziel, den Klimawandel noch zu verhindern, wurde sich schon verabschiedet. Jetzt geht es darum, ein bestimmtes Limit an Erwärmung nicht zu überschreiten. Dieses wurde auf zwei Grad Celsius, verglichen mit vorindustriellem Klima, festgelegt.

Seit Beginn der Industrialisierung ist die weltweite Durchschnittstemperatur schon um 0,7 Grad gestiegen. Es bleiben also 1,3 Grad bis zur 2 Grad Grenze, die laut einigen Klimaforschern auf keinen Fall erreicht wird, wenn 2020 erst mit Reduzieren angefangen wird. Bis 2050 müssen dann die Emissionen weltweit um mindestens 80 % sinken.

Die meisten Staaten, die sich in diesem Sinne bereit erklärt haben, gegen den Klimawandel zu kämpfen, haben sich übrigens ein Schlupfloch in Form folgender Bedingung gelassen: Sie wollen sich nur darum kümmern, ihre Ziele zu erreichen, wenn die anderen vergleichbare Bemühungen sehen lassen. Ob das wohl dazu führt, dass immer „die anderen“ angefangen haben, nicht genug zu tun?

Wichtiges und weniger Wichtiges

Es gibt übrigens einige Staaten, die sich zu höheren Zielen zumindest bereit erklärt haben. Die Malediven stehen da ganz oben. Sie wollen bis 2020 CO2-neutral werden. Wie das bei einem Staat, dessen Wirtschaft hauptsächlich davon lebt, dass Touristen eingeflogen werden, funktionieren soll, haben sie aber noch nicht veröffentlicht. Wobei hier natürlich „abgewogen“ werden muss: Ist die Wirtschaft wirklich wichtiger, als das Ziel, den Klimawandel zu stoppen?

Die Malediven sind auch ein gutes Beispiel dafür, dass der Klimawandel reale Bedrohungen mit sich bringt. Viele der Inseln liegen nur etwa einen Meter über dem Meeresspiegel. Als das letzte Mal das Klima 1 – 2 Grad wärmer war (vor 120.000 Jahren), lag der Meeresspiegel wohl vier bis sechs Meter höher als heutzutage. Natürlich sind sich die Forscher*innen uneinig, wie schnell der Meeresspiegel steigen wird. In den pessimistischeren Prognosen werden die Malediven im Jahr 2100 schon unter Wasser liegen. Siehe hier nochmal den letzten Satz des vorherigen Abschnitts. Übrigens sind zum Beispiel ein Nachbarland Deutschlands, die Niederlande, bekanntermaßen auch eine Recht niedrig gelegene Landmasse, wobei sie mehr Geld aufbringen können dürften, um die Folgen erst einmal abzuwenden. Das Steigen des Meeresspiegels ist nicht die einzige Auswirkung des Klimawandels, aber da das Thema wahrscheinlich auch den meisten bekannt ist, soll es hier als Beispiel genügen.

Wieso wir fürs Klima den Staat (nicht) brauchen

Es ist nicht so, dass nur der Staat zum Klimaschutz beitragen kann. Der Staat kann eigentlich gar nichts tun, außer uns durch Gesetze dazu zu zwingen, das Klima zu schützen. Darüber hinaus sind dann höchstens noch Subventionen möglich.
Aber jede*r Einzelne von uns kann etwas tun. Selbstverständlich werden die Leser*innen der Grünphase wohl eher wenig direkten Einfluss auf industrielle Produktionsprozesse, Entwicklung alternativer Energiequellen und dergleichen haben.
Trotzdem gibt es Möglichkeiten: Iss weniger Tierprodukte, kaufe CO2-neutrale Produkte, zieh den Stecker von elektrischen Geräten, die nicht im Gebrauch sind, heize jetzt im Winter nicht bei dauerhaft geöffnetem Fester, wechsle deine Bank zu einer, die Umweltprojekte unterstützt… und und und. Eigentlich wissen wir ja alle, was zu tun ist, oder?
Dabei muss mensch sich natürlich selbst überlegen, wie weit er*sie gehen möchte. Aber jede*r, der*die etwas unternimmt, um die eigene Umweltbelastung zu reduzieren, tut wahrscheinlich allen Wesen auf diesem Planeten einen großen Gefallen.

Nicht morgen oder übermorgen – jetzt!

Vegan leben

Vegetarier*in sein ist heute nichts Besonderes mehr. Jede*r kennt mindestens einen oder eine, der*die sich entschlossen hat, kein Fleisch mehr zu essen. Eine vegetarische Lebensweise ist im Allgemeinen gut akzeptiert und praktikabel. Menschen entscheiden sich nicht nur aufgrund von moralischen Prinzipien, sondern auch aus gesundheitlichen oder ökonomischen Gründen für eine fleischlose Ernährung. Auch wenn die Mehrheit im Bekanntenkreis diese Einstellung nicht teilt, sind die Beweggründe doch nachvollziehbar. Aber wie sieht das aus, wenn Menschen sich entscheiden, gar keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren? Das heißt, Fleisch, Käse, Eier, Milch, Joghurt und jede Menge Gerichte oder Fertigprodukte, das eine dieser Zutaten enthalten, fallen weg. Und vegan heißt ja auch nicht nur die Ernährung, sondern die Lebensweise, das heißt, im Tierversuch getestete Produkte kommen nicht in Frage (also ein großer Teil der kosmetischen Produkte und Medikamente), Leder auf keinen Fall und auch bei der Haltung eines Haustieres wird es kritisch.
Ich persönlich habe oft die Meinung gehört, dass Veganer*innen „zu extrem“ seien oder „missionarisch unterwegs“, wodurch sich Menschen, die Fleisch essen, belästigt fühlen. Die am häufigsten gestellte Frage aber ist mit Sicherheit:

„Was kannst du dann überhaupt noch essen?“

Eine ganze Menge! Durch die vegane Ernährung fallen zwar einige Lebensmittel aus dem Speiseplan heraus, doch dafür gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an Ersatzprodukten. Außerdem müssen Veganer*innen sehr darauf achten, dass sie alle nötigen Vitamine und Mineralien zu sich nehmen. Das erfordert eine genaue Planung, die die Essenszubereitung zeitaufwendiger, aber auch sehr viel abwechslungsreicher macht. Einige Lebensmittel habe ich so erst kennen und schätzen gelernt.
Im Wesentlichen gibt es zwei Hauptprobleme, die eine vegane Lebensweise erschweren.
1. Zeit, denn für eine ausgewogene Ernährung braucht es Planung und auch die Zubereitung ist zeitaufwendig, denn vegane Fertigprodukte gibt es fast (noch) nicht. Gerade im stressigen Uni-Alltag ist das ein Problem. Um ein entspanntes und gleichberechtigtes Lernen für Veganer*innen zu ermöglichen, ist es deshalb Aufgabe der Uni, vegane Gerichte in allen Mensen bereit zu stellen.
2. Was mache ich, wenn ich bei Menschen zu Besuch bin, die nicht vegan leben? Mir persönlich ist es unangenehm, wenn meine Freund*innen oder Familie wegen mir einen Extra-Aufwand betreiben, denn meistens haben sie auch keine Ahnung, wie sie überhaupt vegan kochen können. Da hilft nur, immer etwas dabei zu haben oder vegane Ersatzprodukte vorzustellen. Das soll dann keinesfalls „missionarisch“ daherkommen, sondern einen einfacheren Umgang mit meinen Bedürfnissen ermöglichen.
Es gibt also eine ganze Menge zu beachten. Aber es macht auch eine Menge Spaß. Oft muss mensch nämlich in der Küche erfinderisch werden. Brotaufstriche werden selber gemacht und lassen das Angebot an Wurst und Käse fade und einseitig erscheinen. Plötzlich entdeckst du, dass du auch für dreistöckige Torten weder Eier noch Milch verwenden musst. Außerdem is(s)t mensch als Veganer*in ja auch nicht allein. Die Entscheidung für ein veganes Leben ist dennoch schwer nachzuvollziehen und viele Menschen fragen sich wahrscheinlich:

Warum tun Leute sich das an?

Manchmal kommt es mir auch eher vor wie eine selbst auferlegte Folter. Meistens ist Veganismus für mich mehr Gewinn als Verzicht, aber die sehnsuchtsvollen Momente vor dem Schoko-Regal im Supermarkt oder beim Anblick einer Pizza gibt es eben doch. Da gilt dann: Tu, was dir gut tut. Wenn es sich gut anfühlt, am Geburtstag des besten Freund*es ein Stück Kuchen zu essen, der nicht vegan ist, dann mach ich halt mal ne Ausnahme.
Außerdem ist mir auch klar, dass 100% vegan in dieser Gesellschaft gar nicht möglich ist. Das Medikament, das die Ärzt*in mir verschreibt, wurde mit Sicherheit an Tieren getestet und meine alten Stiefel sind eben aus Leder. Soll ich die deshalb wegwerfen und durch welche aus Plastik ersetzen? Das ist auch nicht besser für die Umwelt… „Nur“ vegetarisch ist mir dann aber doch zu wenig, denn auch für die Produktion von Eiern und Milch sterben Tiere – und das völlig ohne Sinn. Denn jede Legehenne hat einen Bruder, der sofort nach dem Schlüpfen getötet wurde. Die Zucht der so genannten Nutztiere hat es so weit gebracht, dass Hühnerrassen entweder nach Fleisch- oder nach Eierproduktion selektiert werden. Die kleinen Hähne, die Söhne von Legehennen sind, werden also nicht etwa zu Brathähnchen, sondern landen, nur wenige Minuten alt, entweder direkt in der Mülltonne oder sie werden vergast. Und es kommen auch nicht nur weibliche Kälber zur Welt…
Bei all den Widersprüchen und Gewissensbissen bleibt mir eines doch ganz klar: Ich will nicht, dass für mich Lebewesen eingesperrt und getötet werden. Solange es anders geht, soll kein lebendiges Wesen Schmerz und Leid erfahren, nur weil ich es lecker finde oder eine schöne neue Tasche haben will.

Und was fangen wir jetzt damit an?

Wie sich mensch ernährt und lebt, bleibt jedem*r selbst überlassen. Und egal ob nun Fleisch, Käse oder Tofu auf dem Teller landen: Solch eine Entscheidung sollte von der Umwelt nicht nur respektiert, sondern auch erleichtert und ermöglicht werden. Gerade in der Uni muss deshalb auf die Bedürfnisse der Studierenden eingegangen werden, die sich veganes Essen wünschen, indem dieses in allen Mensen angeboten wird. Dafür setzt sich die Grüne Hochschulgruppe ein.